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Unbekannt die Herkunft, geheimnisvoll der Tod

Unbekannt die Herkunft, geheimnisvoll der Tod
Ein Stadtrundgang durch Ansbach führt zu den wichtigsten Stationen im Leben von Kaspar Hauser. FOTO: djd/Stadt Ansbach
Die Kaspar-Hauser-Festspiele in Ansbach erinnern an das rätselhafte Findelkind. Von der Agentur

p>(djd). Ein Mensch, der seine Familie nicht kennt, ein Kind, das jahrelang eingekerkert ist, ein junger Mann, der ermordet wird. Bis heute mysteriös und geheimnisvoll ist das Leben Kaspar Hausers, dessen Herkunft nie zweifelsfrei geklärt werden konnte. Nur rund fünf Jahre nach seinem plötzlichen Auftreten wurde der sensible junge Mann im Ansbacher Hofgarten mutmaßlich ermordet.

Zu Ehren des berühmten Findelkindes veranstaltet die Stadt Ansbach im zweijährigen Turnus die „Kaspar-Hauser-Festspiele“, die sein kurzes, tragisches Leben in vielfältiger Weise darstellen. In diesem Jahr dreht sich vom 31. Juli bis 7. August 2016 alles um das „Kind Europas“, wie Kaspar Hauser schon zu Lebzeiten genannt wurde. Anspruchsvolle Vorträge, künstlerische und wissenschaftliche Beiträge, ein Kriminalstück um die Ermordung Kaspar Hausers, Musik und bildende Kunst gehören zum vielschichtigen Angebot während der Festspiele. Das ausführliche Programm, das Kaspar-Hauser-Experte und Intendant Eckart Böhmer zusammengestellt hat, findet man www.ansbach.de.

Begleitend gibt es vom 27. Juli bis zum 4. September eine Sonderausstellung im Markgrafenmuseum mit Zeichnungen, die Kaspar Hauser selbst gefertigt hat. Neben bekannten Blättern werden erstmals unbekannte Zeugnisse seines Schaffens präsentiert. Sie spiegeln die zeitgenössischen Zeichentechniken und die Erinnerungskultur des Biedermeiers wider. Gleichzeitig können die Besucher dem Mythos des Findelkindes nachspüren. Das neue Buch „Kaspar Hauser – Bildwelten“ von Christian Schoen wirft Licht auf die historischen Fakten und katalogisiert die gesamten bildlichen Formulierungen.

Wie gegenwärtig Kaspar Hauser in der mittelfränkischen Regierungshauptstadt noch ist, kann man auch bei einer speziellen Stadtführung erfahren. Unter fachkundiger Leitung werden die wichtigsten Stationen Hausers in Ansbach wie sein Wohnhaus, die Attentatsstelle im Hofgarten oder sein Grab auf dem Stadtfriedhof besucht und kommentiert.

(City Anzeigenblatt Krefeld II)