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Recht und Gesetz
Versicherungsrecht: Markenwerkstatt auch für Kaskoversicherte

Kreis Viersen. Bei Haftpflicht- und Kaskoschäden mit der Kfz-Versicherung verweisen diese oft auf billigere, freie Werkstätten. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in seiner Entscheidung IV ZR 426/14 klargestellt, unter welchen Bedingungen die Kfz-Versicherung bei der Kaskoversicherung die Kosten der Markenwerkstatt übernehmen muss. Von der Redaktion

Diese Grundsätze sollten beachtet werden, sonst kann es für den Unfallverursacher bei der Abwicklung seines eigenen Schadens teuer werden. Die Kosten der Markenwerkstatt sind in der Regel in folgenden Fällen durch die Versicherung zu zahlen: Wenn es ein "neueres Fahrzeug" ist, es bisher regelmäßig von der Markenwerkstatt gewartet wurde (scheckheftgepflegt), wenn nur die Markenwerkstatt den PKW richtig instand setzen kann und über Spezialwissen verfügt.

Der Autofahrer steht in der Beweislast gegenüber seiner Versicherung. Mit dieser Rechtsprechung gleicht der BGH die Kaskoschadenregulierung der der Haftpflicht an. Aber auch hier dürfte eine Verweisung auf die Kosten der freien Werkstatt nicht unzulässig sein, wenn Preisvorteile aus Vereinbarungen zwischen Versicherung und freier Werkstatt resultieren. Darüber hinaus sollte man bei Abschluss einer Kfz-Versicherung generell prüfen, ob man durch die Versicherung auf eine freie Werkstatt verwiesen wird.

Dies kann zwar eine günstigere Versicherungsprämie bedeuten, im Schadensfall stellt sich jedoch die Frage, ob die Werkstatt nur kostengünstig im Interesse der Versicherung repariert oder wie ein Kunde sich eine sach- und fachgerechte Reparatur vorstellt.