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Recht und Gesetz
Krank - Job weg?

Kreis Viersen. Anders als in der ehemaligen DDR (§ 58d Arbeitsgesetzbuch DDR) und entgegen landläufiger Meinung ist ein Arbeitgeber nicht daran gehindert, während einer andauernden, krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit einem Arbeitnehmer zu kündigen. Von der Redaktion

Im Gegenteil, unter bestimmten Umständen kann eine (langdauernde) Krankheit sogar eine Kündigung sozial rechtfertigen im Sinne des Kündigungsschutzgesetzes. In der Praxis häufiger sind jedoch arbeitgeberseitige Kündigungen im Zusammenhang mit einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit aufgrund nicht rechtzeitiger oder nicht ordnungsgemäßer Anzeige der Arbeitsunfähigkeit durch den Arbeitnehmer.

Dieser muss nach § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer dem Arbeitgeber unverzüglich mitteilen. Hierzu ist zumeist das Personalbüro des Arbeitgebers schnellstmöglich per Telefon, Fax oder Email entsprechend zu unterrichten, wobei nur die beiden letztgenannten Möglichkeiten auch einen gewissen Nachweiswert haben.

"Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen. Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung früher zu verlangen."

Da ein Verstoß gegen diese Vorlagepflicht eine Kündigung nach sich ziehen kann, sollte der Arbeitnehmer darauf achten, die Rechtzeitigkeit der Vorlage der ärztlichen Bescheinigung nachweisen zu können, also z.B. eine Eingangsquittung auf einer Kopie zu erhalten, die Bescheinigung per Boten abgeben zu lassen oder per Einschreiben zu versenden-und dies auch hinsichtlich der Folgebescheinigungen.