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Recht und Gesetz
Erben und Pflichtteil

Recht und Gesetz: Erben und Pflichtteil
Rechtsanwalt Hans Jürgen Speckamp FOTO: privat
Ein Erbfall hat oft Auseinandersetzungen zur Folge, wenn durch letztwillige Verfügungen (Testament, Erbvertrag) Kinder, Eltern oder Ehepartner bei der (gesetzlichen) Erbfolge eingeschränkt oder gar ausgeschlossen wurden. Diesen steht dann ggf. ein Pflichtteilsrecht in Höhe des halben gesetzlichen Erbteils zu.


Hierbei sind jedoch einige Besonderheiten zu berücksichtigen, wie z.B. zurückliegende Schenkungen, Ausstattungen etc.
Nicht nur aus erbschaftsteuerlichen Gründen sondern auch wegen der Anrechnungsfrist bei Pflichtteils- und Pflichtteilergänzungsansprüchen wird daher oft zu Lebzeiten Vermögen im Zehn-Jahresabstand an zukünftige Erben übertragen.
Nach einem späteren Todesfall kommt aber oft das "böse Erwachen" der Beschenkten oder Erben, weil u.U. auch länger als zehn Jahre zurückliegende Vermögensübertragungen des Erblassers dem Pflichtteilberechtigten gegenüber noch auszugleichen sind. Dessen Ansprüche gegen den Erben bzw. Beschenkten verjähren drei Jahre nach dem Erbfall. Eine rechtzeitige Beratung durch einen Erbrechtspezialisten zur Prüfung und ggf. Einleitung verjährungsunterbrechender Maßnahmen ist daher empfehlenswert.