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Recht und Gesetz
Elternzeit – Probleme vermeiden

Kreis Viersen. Für die Elternzeit muss man keinen genehmigungspflichtigen Antrag stellen, es handelt sich um einen Anspruch der Eltern nach der Geburt des Kindes. Wer die Elternzeit bis zum dritten Lebensjahr des Kindes in Anspruch nehmen möchte, muss dies spätestens sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit schriftlich vom Arbeitgeber verlangen. Gleichzeitig muss man erklären, für welche Zeiten innerhalb der ersten zwei Jahre Elternzeit genommen werden soll. Die Frist kann ggf. unterschritten werden, z. B. bei einer Frühgeburt.

Schriftlich heißt nach der neuesten Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts, Urteil v. 10.05.2016, 9 AZR 145/15, "Mit Papier und Tinte" und eigenhändiger Unterschrift.
Das Schreiben muss beweisbar und fristgerecht zugegangen sein. Da die Mutterschutzfrist acht Wochen nach der Geburt besteht, schließt sich die Elternzeit danach an. Eine Woche nach Geburt muss die Mitteilung spätestens eingegangen sein. Bei einer Verspätung verschiebt sich nur der Beginn nach hinten. Bei einer früheren Anmeldung der Elternzeit als 8 Wochen läuft man Gefahr, dass der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis kündigt, bevor der besondere Kündigungsschutz greift. Lassen Sie sich den Eingang des Elternzeitantrages durch den Arbeitgeber schriftlich bestätigen. Geben Sie diesen dort möglichst unter Zeugen direkt ab oder werfen Sie ihn direkt mit Zeugen in den Briefkasten des Arbeitgebers ein.

Geben Sie an, für welchen Zeitraum Sie innerhalb der ersten zwei Jahre die Babypause nehmen wollen. Eine Verlängerung ist nur mit Zustimmung des Arbeitgebers möglich.