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Experten-Tipp zum Thema „Bluthochdruck“ Herz unter Stress

Experten-Tipp zum Thema „Bluthochdruck“ Herz unter Stress
Dr. Christian Haacker
Süchteln. Wie viel unser Herz jeden Tag leistet, ist uns kaum bewusst. Das fällt erst dann auf, wenn es seinen Dienst nicht mehr so erfüllt, wie es soll. Für den Blutdruck gilt das gleiche. Er sorgt dafür, dass der Körper unterschiedlichen Anforderungen gerecht wird. Von Sandra Geller

So treiben beispielsweise körperliche Arbeit oder psychische Belastungen das Herz zu mehr Leistungen an. Der Blutdruck steigt, die Muskeln werden stärker durchblutet und besser mit Sauerstoff versorgt. Dass der Blutdruck in Stresssituationen steigt, kann lebensnotwendig sein. Bei einer brenzligen Verkehrssituation beispielsweise passiert alles in Sekundenschnelle. Der Stressauslöser lässt den Blutdruck hochschnellen, alle Organe laufen in Höchstform. Das ermöglicht schnelle Reaktionen und lässt uns – bestenfalls – einen Zusammenstoß verhindern.

Hoher Blutdruck über einen längeren Zeitraum – gleich ob belastungsbedingt oder krankhaft – kann lebensgefährlich sein. Die Gefäße werden stark belastet, weil sie dem höheren Druck standhalten müssen. Kleinste Risse in der Gefäßwand entstehen, die dann zur Verdickung und Verhärtung der Gefäßwände führen. Es bildet sich eine so genannte Atheriosklerose, übersetzt „Arterienverkalkung“. Wenn davon die Herzkranzgefäße betroffen sind, können Herzkrankheiten oder ein Infarkt die Folge sein. Entsteht durch sie eine Unterversorgung im Gehirn, kann das zum Schlaganfall führen. Bei Schädigung der Nierenarterien könnte sich eine Niereninsuffizienz bilden. Und nicht nur das. Auch das Herz und der Herzmuskel sind durch die andauernde Hochleistung überlastet. Denn Herzmuskelschwäche oder Herzinsuffizienz sind typische Folgeerkrankungen von Bluthochdruck.

Den meisten Todesfällen liegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zugrunde. Einige Zahlen dazu: Bundesweit leiden zwischen 20 und 30 Millionen Menschen an Bluthochdruck. In der Altersgruppe über 65 etwa jeder Zweite, zwischen 70 bis 79 Jahren sogar drei Viertel aller Menschen. Etwa die Hälfte aller Menschen wissen nichts von ihrer Erkrankung, und von denen, die es wissen, ist nur die Hälfte ausreichend behandelt.

Beste Voraussetzung für einen normalen Blutdruck bildet eine gesunde Lebensweise. Für Betroffene wird empfohlen, Normalgewicht anzustreben. Auf Alkohol, Nikotin und Kochsalz zu verzichten. Statt zu salzen ist das Würzen mit Kräutern die bessere Alternative. Auch, wer viel Obst und Gemüse isst und statt tierischen Fetten hochwertige pflanzliche Öle nutzt, ist auf einem guten Weg. Zusätzlich sollte der Blutdruck regelmäßig kontrolliert werden. Außerdem empfiehlt es sich, körperlich in Bewegung zu bleiben – und dennoch für Ruhepausen und Entspannung sorgen.

Dr. Christian Haacker, Leitender Oberarzt

Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Kardiovaskulärer Präventionsmediziner (DGPR), Rehabilitationswesen

Klinik für Innere Medizin am St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln

(Report Anzeigenblatt)