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100 000 Euro gesammelt

Kreis Viersen. Es ist eines der größten Hilfsprojekte, das der Rotary Club Viersen-Schwalm-Nette in seiner 23-jährigen Geschichte mit internationaler Unterstützung auf den Weg gebracht hat: Insgesamt sammelte er rund 100 000 Euro für ein Hilfsprojekt in einem Slum im indischen Kalkutta. Von der Redaktion

Die kleine Klinik in der Millionenstadt, die unter anderem Tuberkulose-Patienten behandelt, kann damit ihre groß-angelegte Impfaktion für Kinder gegen alle wichtigen Infektionskrankheiten fortsetzen.

Mit Hilfe der Rotarier waren in den letzten Jahren bereits rund 50 000 Kinder behandelt worden. Außerdem wird die Klinik in Kooperation mit lokalen Partnerorganisationen ein Projekt zur Basisgesundheitsversorgung von Frauen starten.

Club-Mitglied Dr. Hans-Rudolf Milstrey, ehemaliger Chefarzt am St. Irmgardis-Krankenhaus in Süchteln, war in diesem Jahr selbst in Kalkutta, machte sich ein Bild von der Situation und berichtete den Rotariern in Viersen jetzt über die segensreiche Arbeit der German Doctors. „Die Menschen in den Slums sind unvorstellbar arm und dankbar für jegliche Hilfe. Vor sechs Slum-Ambulanzen bilden sich regelmäßig lange Schlangen.“ Die meisten Wartenden seien Mütter mit kleinen Kindern. „Die 14-Millionen-Stadt ohne funktionierendes Gesund-heitssystem ist eine ideale Brutstätte für TBC“, so Milstrey.

Club-Präsident Frank Kersbaum zeigte sich glücklich über das Zustandekommen des Projekts und dankte allen Beteiligten. Geholfen hatten der Rotary Club Kalkutta, der niederländische Partnerclub Horst aan de Maas, der Rotary Club Kempen-Krefeld, die jeweiligen Rotary-Distrikte in Deutschland, den Niederlanden und Indien sowie die deutsche Sektion der Rotarian Action Group für Population and Development (RFPD).

Den größten Teil der Summe steuerte der Rotary World Fund Match bei. Die Antragstellung und die internationalen Kontakte liefen über Peter Walter vom RC Viersen-Schwalm-Nette, der die Verhältnisse in Kalkutta ebenfalls aus eigener Anschauung kennt.

Die Viersener Rotarier helfen den German Doctors (früher „Ärzte für die Dritte Welt“) in Kalkutta schon seit vielen Jahren. Dr. Tobias Vogt, ehemaliger Assistenzarzt des St. Irmgardis-Krankenhauses, arbeitet seit mittlerweile 14 Jahren als Langzeitarzt in der Slum-Ambulanz.

Fünf deutsche Ärzte der German Doctors, die sich regelmäßig abwechseln, unterstützen ihn bei der schwierigen Arbeit.

Mit der erneuten Spende können die Ärzte-Teams nun in den nächsten zwei Jahren 35 000 Säuglinge und Kleinkinder impfen und notwendige Vitaminpräparate an Mütter und Kinder verteilen.

(Report Anzeigenblatt)