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Batterie: Voll geladen

Batterie: Voll geladen
Hoch-Zeit für Batterien: Wer im Winter mobil bleiben möchte, lässt den Lade- und Säurezustand des Akkus in der Werkstatt testen. FOTO: ProMotor/ Volz
Wer da meint, in Deutschland gäbe es keinen richtigen Winter mehr mit Frost, Eis und Schnee – weit gefehlt. Von der Agentur

Den Beweis lieferte das vergangene Jahr bereits im Oktober: Am 14. zeigte das Thermometer in Erfurt bei Dauerschnee 0,5 Grad Celsius.

Im Jahresdurchschnitt fällt die Temperatur rund 185 Tage unter 10 Grad Celsius. Da kommen Autos schnell ins Frieren und Fahrer manchmal ins Schwitzen. Spätestens dann, wenn die Batterie streikt. Mit 35,7 Prozent führten schwächelnde Akkus auch im vergangenen Jahr die ADAC-Pannenstatistik an. „Die Batterie nimmt im Winter langsamer Energie auf und kann sie auch schlecht wieder abgeben.Wenn der Ladezustand also ohnehin schon niedrig ist, reicht die Stromabgabe für einen erfolgreichen Motorstart bisweilen nicht aus“, erklärt Heiko Wolframm vom ADAC Technik Zentrum in Landsberg.

Fahrzeughalter können dennoch einiges tun, den Stromspender lange fit zu halten oder sich rechtzeitig um einen passenden Nachfolger zu kümmern. Dazu prüft die Werkstatt Kaltstartleistung und Spannung, säubert und fettet die Pole und lädt lahme Batterien – am besten während des Winterchecks.

Nach rund vier Jahren oder spätestens, wenn der Akku zu wenig oder gar keine Ladung mehr aufnimmt, muss er getauscht werden.

Weil der Einbau Fachkenntnisse voraussetzt und Batterien in Autos mit Start-Stopp-Automatik und Batteriemanagementsystemen im Steuergerät eingetragen und wieder angelernt werden müssen, empfiehlt Wolframm den Wechsel in der Werkstatt. Nur so werden Fehlfunktionen bei modernen Autos vermieden.

Bei Elektro- und Hybridfahrzeugen stellt sich die Frage erst gar nicht. Hier dürfen nur hochvolt-zugelassene Fachbetriebe ans Werk. Für Laien kann der Einbau lebensgefährlich werden. Inwieweit die Batterien während des Betriebs ersetzt werden müssen, wird die Zukunft zeigen. „Die langjährigen Garantiezusagen der Hersteller lassen auf eine lange Haltbarkeit hoffen“, sagt der ADAC-Mann. Wer dennoch selbst Hand anlegen will, sollte Starter-Batterien immer mit gleicher Gehäuseform, Lage der Pole, Kapazität und vor allem typgleich kaufen: Es wird unterschieden zwischen konventionellen Blei-Akkus und solchen für Autos mit Start-Stopp-Automatik und Bremsenergierückgewinnung (EFB, AGM). Moderne Stromlieferanten mit gleicher ETN-Nummer (European Type Number) können zumindest bei Markenherstellern problemlos getauscht werden.

Dass die Stromlieferanten heutzutage fast alle wartungsfrei sind, heißt nicht, sie stiefmütterlich zu behandeln. Pflegen heißt Strom sparen. Dazu gehört, im Kurzstreckenbetrieb auf Komfortfunktionen wie die Sitzheizung zu verzichten. An sicherheitsrelevanten Verbrauchern für eine gute Sicht wie Licht und Heckscheibenheizung sollten Autofahrer aber keinesfalls sparen. Lebensverlängernd wirkt auch der regelmäßige Lebenskick am Ladegerät. Bleiben Autos dennoch mal mit leerer Batterie liegen, bleibt das Starthilfekabel. Ist kein Helfer weit und breit zu sehen, lohnt die Starthilfe mit einem sogenannten Booster. „Der funktioniert bei Minusgraden, großen Motoren und tiefenentladenen Batterien allerdings nur eingeschränkt“, weiß Wolframm aus Testerfahrungen. Außerdem sollte der Lithium-Stromspender im Handy-Format stets im Warmen lagern. Wenn er kalt ist, schwächelt er ebenso wie die Batterien.

(StadtSpiegel)