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Zwei Hühnerbeine und ein Ei

Zwei Hühnerbeine und ein Ei
Die Puppenbühne Violetta und alle anderen Beteiligten beim Gruppenfoto FOTO: Heike Ahlen
Dülken. Angehende Kinderpfleger des Dülkener Berufskollegs erlebten einen Tag bei der Polizei – dabei ging es rund um die Verkehrserziehung. Von Heike Ahlen

Es ist mucksmäuschenstill in dem großen Raum der Beratungsstelle der Polizei in Dülken. Erwartungsvolle Blicke, vielleicht noch ein wenig verunsichert, richten sich auf die Puppenbühne, als dort der Vorhang hochgeht.

Nur sitzen auf den Stühlen keine Vorschulkinder, sondern angehende Kinderpfleger. Die 14 jungen Leute besuchen das Berufskolleg in Dülken. Sie sind dort im ersten Jahr ihrer Ausbildung – nach zwei Jahren werden sie Kinderpfleger sein, weitere drei Jahre dauert es, bis die Erzieher-Ausbildung abgeschlossen ist.

Verkehrserziehung steht im Lehrplan für diese Ausbildung, und die Schule hat dankbar das Angebot von Polizei und Verkehrswacht angenommen, hier mit einem ganztägigen Seminar die Ausbildung zu unterstützen.

Und es geht tatsächlich mit einem Puppentheaterstück los. Die Puppenbühne Violetta zeigt „Zwei Hühnerbeine und ein Ei“ in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen. Da ist die Aufregung dann auch immer groß, wenn der Räuber den Kasper geschickt ausfragt – und sich als großer Kenner der Polizei aufspielt. Aber sein Spruch ist gut und leicht zu merken: „110 – zwei Hühnerbeine und ein Ei – das ist der Ruf der Polizei“, doziert der Räuber. Die brauchen Kasper und Großmutter dann auch bald darauf, weil der Räuber Omas rote Spardose aus dem Schlafzimmer stiehlt.

Bei der Verfolgung lernen Kasper, Krokodil und Großmutter, wie man richtig über die Straße geht, dass man auch nach links und rechts schauen muss, wenn die Ampel grün ist. Und natürlich ist am Ende selbst der Räuber bekehrt und will ein neues Leben als Busfahrer beginnen.

Ginan (19), Max (18) und Diana (19) und die anderen Schüler sind begeistert von dem Stück und können es sich auch in den Einrichtungen, in denen sie jeweils ihre Praktika absolvieren, gut vorstellen. Ginan hat vor der Ausbildung ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Förderschule gemacht – und dort beim Einkaufen mit den Kindern gesehen, wie wichtig Verkehrserziehung ist. „Da kommt es sehr drauf an, was die Kinder zu Hause schon gelernt haben. Einige wissen sehr genau, wie man sich an der Straße verhält – andere würden am liebsten einfach loslaufen.“ Diana, die in der KiTa in Lüttelbracht ihr Praktikum macht, ist vor allem vom Aufbau des Stücks begeistert. „Das ist super für Kinder, mit den vielen Wiederholungen, und dass sie so einbezogen werden.“ Auch Max, einziger Mann an diesem Tag, glaubt, dass diese Art von Verkehrserziehung bei Kindern gut ankommt: „Kinder sind viel aktiver als wir, die gehen da richtig mit.“

Auf die angehenden Kinderpfleger wartet an diesem Tag noch ein vielfältiges Programm. Sie werden Kinder mit den Verkehrssicherheitsberatern der Polizei, André Schmitz und André Berndt, bei einer Übung im Straßenverkehr beobachten können, hören, wie Verkehrserziehung in der KiTa St. Peter in Viersen abläuft – und auch ein eigenes Konzept zusammenstellen dürfen, in dem sie zeigen, was sie tun würden, wenn sie selbst eine Einrichtung leiten würden.

Vor allem aber werden sie den Spruch „Zwei Hühnerbeine und ein Ei – das ist der Ruf der Polizei“ nie mehr vergessen.

(StadtSpiegel)
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