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Dülkenerin sexuell belästigt
Zeugen retteten 17-Jährige

Dülken. Zwei couragierte Zeugen verhinderten am Mittwochnachmittag möglicherweise eine Eskalation eines sexuellen Übergriffs und ermöglichten die Festnahme des mutmaßlichen Täters. Am Mittwoch, 13. Januar, stieg eine 17-jährige Dülkenerin um 12.45 Uhr in Mönchengladbach in einen Bus der Linie 89. Sie setzte sich im hinteren Bereich des Busses in eine Zweierreihe direkt ans Fenster. Von der Redaktion

Am Busbahnhof Viersen stieg dann ein, wie sich später herausstellte, 31-jähriger Mann in den Bus und setzte sich neben die junge Frau. Der augenscheinlich angetrunkene Mann rückte immer näher an die 17-jährige heran und legte ihr gegen ihren Willen die Hand auf den Oberschenkel.

Die belästigte Frau konnte nicht ausweichen oder sich dem Zugriff entziehen, da der Bus recht voll war. Eine Zeugin bemerkte dies und mischte sich dankenswerter Weise ein. Sie forderte den 31-Jährigen auf, das Mädchen in Ruhe zu lassen. In der Folge kam auch noch ein 41-jähriger Mann aus Dülken dem Mädchen zu Hilfe und trennte sie von dem Tatverdächtigen. Als der dann aus dem Bus flüchten wollte, hielten ihn der inzwischen hinzugekommene 47-jährige Busfahrer und den 41-jährige Mann bis zum Eintreffen der Polizei fest. Die Polizeibeamten nahmen den einschlägig polizeibekannten Tatverdächtigen in Gewahrsam und brachten ihn zur Polizeiwache in Viersen. Ein Alkoholvortest ergab einen Wert von rund 1,6 Promille.

Die Geschädigte erstattete eine Strafanzeige gegen den Tatverdächtigen. Die Kriminalpolizei übernahm die Ermittlungen. Es ist keineswegs selbstverständlich, dass heutzutage Zeugen so viel Zivilcourage zeigen. Die junge Frau war offensichtlich geschockt und nicht imstande, sich den Übergriffen des Tatverdächtigen zu entziehen. In dieser misslichen Situation kamen ihr gleich mehrere Personen zu Hilfe, befreiten sie von dem Aggressor und verhinderten so möglicherweise eine Eskalation des sexuellen Übergriffs. Die Polizei dankt ihnen ausdrücklich für ihr vorbildliches Verhalten und hofft, dass sich eine solche Mentalität der aktiven Hilfeleistung in unserer Gesellschaft etabliert und Zeugen nicht einfach wegschauen, sondern gemeinsam einschreiten und derartige Übergriffe verhindern. 

Die Kriminalpolizei rät den Opfern solcher Straftaten: Sagen Sie eindeutig "nein" zu den sie bedrängenden Personen! Machen Sie auf sich aufmerksam und bitten umstehende Menschen und Passanten um Hilfe! Sprechen Sie diese direkt und konkret an ("Sie in der roten Jacke, helfen Sie mir bitte, ich werde belästigt, bitte rufen Sie die Polizei")! Zeugen solcher Vorfälle sollten sich absprechen, zusammenschließen und Hilfe holen und die Polizei rufen. Sofern sich die Zeugen dazu in der Lage sehen und sich selber nicht gefährden, können sie einen auf frischer Tat Betroffenen auch bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. ("Jedermann-Festnahmerecht") Sehen Sie als Zeuge einer solchen Tat nicht weg! Sie selbst oder auch ein naher Verwandter oder Freund könnte ebenfalls einmal betroffen sein und Hilfe brauchen! 

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