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Viersenes Jagdpächter schlagen Alarm
Wir mussten das Reh erlösen

Viersenes Jagdpächter schlagen Alarm: Wir mussten das Reh erlösen
Dr. Jürgen Dreher, Revierpächter an den Süchtelner Höhen, und seine Jagdkollegen Gerd van Lieberger und Heinz Schüpper (v.l.) appellieren an die Hundebesitzer, ihre Tiere anzuleinen. FOTO: Uebber
Süchteln. Viersens Jagdpächter schlagen Alarm. Immer häufiger werden sie von der Polizei benachrichtigt, wenn ein Hund ein Reh gerissen hat. So auch kürzlich an den Süchtelner Höhen. Besonders tragisch - das gerissene Reh war trächtig, auch das Kitz starb. Von Daniel Uebber

Voller Schmerzen windet sich das trächtige Reh auf dem Waldboden, schon seit Stunden. Erst nachdem Wanderer das Tier entdeckten, die Polizei anriefen und diese die Süchtelner Jagdpächter informierten, kam Dr. Jürgen Dreher, Revierpächter der Süchtelner Höhen, an "den Tatort". "Ich kann ihnen versichern, es gibt schöneres, als so ein Tier töten zu müssen." Und es ist nicht das erste Mal, dass er zu so einem Fall gerufen wird. "In diesem Jahr ist bereits der zweite Fall an den Süchtelner Höhen, dass ein Hund ein Reh zu Tode gehetzt und dann gerissen hat. In den letzten Jahren sind die Fälle immer mehr geworden." Gemeinsam mit seinen Jägerkollegen Heinz Schüpper und Gerd van Lieberger richtet er daher einen Appell an alle Hundebesitzer: "Wenn Ihnen Ihr Tier nicht sofort auf Kommando gehorcht, dann leinen sie es an, besonders im Wald, wo sie es nicht sehen können. Denn wenn ein Hund die Witterung aufnimmt, schaltet sich der Trieb ein, und er beginnt mit der Hetzjagd." Und die birgt auch Gefahren für den Menschen: "Nicht selten kommt es vor, dass ein Hund ein Reh auf eine Straße hetzt. Und hier kann es zu gefährlichen Wildunfällen kommen." Den Jägern geht es nicht darum, Hundebesitzer zu verteufeln. "Uns kommt es darauf an, die Menschen dahingehend zu sensibilisieren, dass sie sich dessen bewusst sind, dass ihnen der Wald nicht allein gehört und dass man Rücksicht auf die darin lebenden Wildtiere nehmen sollte."

Das gelte übrigens auch für Katzenbesitzer. Seitdem das neue Landesjagdgesetz den Jägern verbietet, im Wald und auf dem Feld streunende Katzen zu schießen, sei der Bestand von Wachteln, Lärchen und Fasanen gefährdet. "Es wäre schön, wenn den Menschen bewusst wäre, dass wir nicht aus Mordlust jagen, sondern zum Wohle der Wildtiere eingreifen, wenn es nötig ist."

(StadtSpiegel)