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Wie gelingt Familie?

Wie gelingt Familie?
In Familien läuft nicht immer alles glatt. Das Ziel muss lauten: „Mehr Dialog – weniger Streit“.
Viersen. Wie gelingt Familie? Diese Frage stellen sich manchmal junge Eltern, neue Patchwork-Familien, Alleinerziehende sowie Mama und Papa vom pubertierenden Teenager. Aller Anfang ist dabei das Reden. Von Dirk Kamps

„Mehr Dialog - weniger Streit“. Das Familienkolleg Niederrhein hat sich darauf spezialisiert, wie man erzieherische Herausforderungen meistern kann. Karl-Josef Kluge, emeritierter Professor im Fachbereich „Erziehungshilfe“ und „emotional-soziale Entwicklungsförderung“ an der Universität zu Köln, lebt in Viersen. Er ist der Fachmann, wenn es um die Frage geht, wie eben Familie gelingt. Kluge sagt: „Wenn es heißt: ’Mit den Kindern klappt es nicht’, dann sage ich: Fangen wir mit den Eltern an.“

Das Familienkolleg bietet Hilfe für Familien an, in denen Streit, Ärger und Unverständnis den Alltag beherrschen. Einige der Teilnehmer kommen auf Vermittlung des Jugendamtes. Denn das, so Kluge, sei schließlich dafür da, Familien zu unterstützen und zu helfen.

Erfahrung hat Kluge, der damals als Leiter des heilpädagogischen Landesjugendheims nach Viersen kam, jede Menge mit Familien. Dennoch sei eben nicht jeder Fall gleich. Es gibt nicht „das“ Patentrezept für eine rundum zufriedene und glückliche Familie. „Deshalb ist ein individuelles Training für Familien wichtig“, erklärt Eva Kluge, Ehefrau von Karl-Josef Kluge und ebenfalls vom Familienkolleg.

Wichtig ist es, miteinander zu sprechen. Aber zielführend ist hier auch die Art und Weise des Miteinandersprechens. Karl-Josef Kluge sagt: „Ängste und Konjunktive verändern nicht die Wirklichkeit.“ Es sei häufig der Fall, dass „verurteilend“ gesprochen werde. Ein Grundstein dafür, dass Familie eben nicht so gelingt, wie man es sich wünscht. Gelingen kann das nur, wenn man die Bedürfnisse des anderen kennt.

Dass Familien sich Hilfe suchen, ist keine Schande. Alle Eltern seien Experten für ihre Familien. „Aber auch sie können besser werden“, meint Kluge. Dabei gilt es nicht nur, sich mit den Belastungen zu beschäftigen, sondern auch mit dem Kräftefinden für den Alltag. Viele Zutaten also für das Rezept eines Familiengelingens.

(Report Anzeigenblatt)