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Wenn es im Puppenhaus brennt

Wenn es im Puppenhaus brennt
Auf dem Bild der Übergabe des Rauchhauses an den Löschzug stehen von links: Löschzugführer Lars Hill, Marco Lankes, Uwe Bludau, Stefan Schäfer, Thomas Engels (Firma Lankes) und Christian Raschke. FOTO: Heike Ahlen
Dülken. Die Feuerwehren übernehmen neben ihren klassischen Aufgaben auch die Brandschutzerziehung an Schulen und Kitas. Sie laden Klassen und Gruppen ein, zeigen ihnen Autos und Gerät – und erklären den Kindern, was sie im Falle eines Brandes oder Unfalls tun können. Von Heike Ahlen

Der Löschzug Dülken hat dazu jetzt ein Puppenhaus, an dem die Wehrleute den Kindern zeigen können, wie sich Rauch im Brandfall im Gebäude ausbreitet.

Das Puppenhaus ist ein echter Blickfang. Hier fehlt nichts. Jedes Zimmer ist liebevoll mit einer Szenerie gefüllt. Die Oma sitzt im Wohnzimmer, liest Zeitung und schaut fern. Im Kinderzimmer liegt Spielzeug herum, in der Küche steht eine Geburtstagstorte auf dem Tisch, Mutter und Kinder sitzen dabei.

Aber das Idyll trügt. Wenn die Kinder genauer hinsehen, entdecken sie das auch. Denn oben im Badezimmer steht ein Mädchen im Teenager-Alter. Neben ihm liegt nachlässig ein Fön auf dem Badewannnenrand. Im wahrsten Sinne besonders brenzlig wird es unten im Arbeitszimmer. Da hat sich nämlich der Vater in seine Arbeit vertieft, während nebenan auf dem Bügelbrett ein Wäschestück zu brennen beginnt.

Wenn die Kinder das gesehen haben, können die Brandschutzerzieher zeigen, was jetzt passieren würde. Lars Hill, Stefan Schäfer, Uwe Bludau und Christian Raschke sind für die Brandschutzerziehung im Löschzug Dülken zuständig. Sie können nun durch eine kleine Öffnung Rauch aus der Nebelmaschine in das Arbeitszimmer einleiten. Innerhalb weniger Sekunden ist das Zimmer voll Qualm. Selbst wer sich vorn an der Plexiglasscheibe die Nase regelrecht platt drückt, kann nun nicht mehr die knapp 40 Zentimeter bis zum Bügelbrett sehen. Der Rauch breitet sich von der Zimmerdecke nach unten hin aus. Der Rauchmelder springt an und warnt die Puppenfamilie. Und die Kinder können auch sehen, wie wichtig es ist, die Tür zu dem brennenden Raum wieder zu schließen, wenn Menschen und Tiere heraus sind.

Die Feuerwehrleute können den Kindern auch zeigen, wie sie es, nachdem der Brand gelöscht ist, schaffen, den Rauch wieder aus dem Haus zu bekommen. Auf ihren Fahrzeugen befinden sich große Lüfter, die die Kinder vorher auch im Original gesehen haben. Zum Puppenhaus gehören die gleichen Lüfter in Miniatur. Werden sie richtig vor der Tür platziert und die richtigen Fenster geöffnet, dann kann man durch die Plexiglasscheibe sehen, wie der Rauch aus dem Gebäude kommt.

Dieser Teil der Demonstration ist auch für die Wehrleute selbst interessant. Damit alles funktioniert, muss der Lüfter in einer bestimmten Entfernung zur Tür und in einem bestimmten Winkel platziert werden – abhängig von den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten. Das können sie hier im Kleinen genau durchspielen.

Nun hatte der Löschzug Dülken keine Ersparnisse, mit denen er das Puppenhaus hätte anschaffen können. Dabei hat ein Reifenhändler aus Krefeld geholfen. Marco Lankes ist selbst Vater von drei Kindern, und hat beim Sponsoring nicht lange überlegt.

(StadtSpiegel)