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Viersen ist mehr

Viersen ist mehr
Bürgermeisterin Sabine Anemüller bedankte sich in ihrer Rede für bürgerschaftliches Engagement. FOTO: Horst Siemes
Viersen. Rund 600 Gäste waren der Einladung von Bürgermeisterin Sabine Anemüller in die Festhalle gefolgt und besuchten den Neujahrsempfang der Stadt, der unter dem Motto „#Viersenistmehr“ stand. Von Claudia Ohmer

Das Motto des Neujahrsempfangs sei im Herbst vergangenen Jahres unter dem Eindruck einer politisch merklich rechtslastig gewordenen Gesamtstimmung und dem daraus resultierenden Spruch „Wir sind mehr“ entstanden, erklärte Bürgermeisterin Sabine Anemüller zu Beginn ihrer Rede. Und auch Viersen sei mehr als nur die Ansammlung der Stadtteile.

„Denn Sie alle sind es, die für das Mehr in unserer Stadt stehen. Sie alle sind Menschen, die etwas für unsere Stadt tun“, betonte die Gastgeberin und ging auf Bürgerschaftssinn und Gemeinschaft und Zusammenhalt ein, die in Viersen groß geschrieben werden. Darauf könne man stolz sein. Als Beispiel führte Anemüller die Hilfsbereitschaft der Menschen untereinander nach dem Tornado in Boisheim an. Den Boisheimer Bürgerverein, der mit den Spenden, die er für die Anschaffung einer neuen Viersen-blüht-Skulptur gesammelt hatte, spontan die städtische Wiederherstellung des zerstörten Friedhofs unterstützte. Zum Thema Wetterkatastrophen ließ Anemüller auch den Sturm Friederike noch einmal Revue passieren. Insbesondere haben nach dem Sturm am 18. Januar die Süchtelner Höhen gelitten, deren Wiederaufforstung jedoch noch in diesem Monat beginnen würde. In diesem Zusammenhang unterstrich sie auch die Bedeutung des lokalen Klimaschutzes. „Mehr Stadtgrün, dem Klimawandel angepasstes Stadtgrün, die Einrichtung von Frischluftschneisen, mehr Anreize für den Fahrrad-Verkehr und für die E-Mobilität, für den öffentlichen Verkehr, weitere Energiesparmaßnahmen, weitere Umstellungen auf regenerative Energien – all diese Vorhaben und noch mehr werden in unsere städtebaulichen und verkehrlichen Planungen miteinbezogen“, versprach sie. Mit der Auszeichnung des European Energie Award in Silber wolle man sich nicht zufrieden geben, sondern in vier Jahren Gold erreichen.

„Schon wenige Menschen können mehr bewegen“ – zu diesem Aspekt nannte die Bürgermeisterin die Königsburg in Süchteln, ohne die das dritte Integrative Stadtteilentwicklungskonzept und letztendlich auch der Bewilligungsbescheid des Landes NRW nicht möglich gewesen sei. Das Bundes-Projekt „Kitchen on the Run“ werde als Grundlage für weitere ähnliche Open-Air-Kommunikationstreffpunkte dienen.

Auch die Viersener Südstadt profitiere nach wie vor vom bürgerschaftlichen Engagement, das mit Hilfe von Fördergeldern initiiert wurde. Neben den baulichen Erneuerungen wolle man auch den neu entstandenen Verein „Viertel Süd“ unterstützen. Nach dem Umbau des Alten Markts gehe es auch in Dülken mit Volldampf weiter mit den Planungen. „In Misch-Dich-ein-Workshops erarbeiten wir derzeit gemeinsam mit der Bürgerschaft die konkreten und für Dülken weiter relevanten Themen und Projekte“, berichtete Sabine Anemüller.

Etwas Besonderes stellte für die Gastgeberin auch das Bürgerbegehren der Initiative Stolpersteine dar, das letztlich auch zum Erfolg führte. „Aus dieser Initiative hat sich ein Verein gebildet, der sich der Erinnerungskultur in unserer Stadt angenommen hat.“ Applaus brandete auf.

Den noch nicht verabschiedeten Haushalt der Stadt führte Anemüller noch als großes Thema an. „Und das hat leider Unannehmlichkeiten und das Verschieben von Aufgaben zur Folge.“ Um die Lebensqualität der Stadt aufrecht erhalten zu können, müsse sie allen auch etwas wert sein. Anemüller: „Das ist nur finanzierbar mit einer maßvollen Steuererhöhung und das nenne ich ehrlich und verantwortungsvoll.“

(StadtSpiegel)