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Unerwartete Begegnung

Unerwartete Begegnung
Treffen in einem der Kreißsäle des AKH Viersen nach 17 Jahren: Hebamme Sonja Schweda (l.) und Praktikantin Anna Roscher (r.) feierten ein herzliches Wiedersehen. FOTO: Alois Müller
Viersen. Praktikantin des Allgemeinen Krankenhauses Viersen (AKH) trifft eigene Geburtshelferin nach 17 Jahren. Von Claudia Ohmer

„Ich hätte nie gedacht, dass ich hier meine eigene Hebamme kennenlernen würde“, sagt die 17-jährige Anna Roscher. Im Rahmen ihrer Ausbildung am Berufskolleg Viersen durchläuft sie ein einjähriges Praktikum in der Mutter-Kind-Station des Allgemeinen Krankenhauses Viersen (AKH). Eine dreitägige Hospitation im Kreißsaal brachte sie erst auf die Idee, über ihre eigene Geburt im AKH nachzuforschen.

Auch für Sonja Schweda, die ihr am 11. Mai 1999 auf die Welt half, ist diese Begegnung eine besondere Geschichte. „Ich habe mich sehr über ihr großes Interesse gefreut. Aber erkannt habe ich sie natürlich nicht mehr“, gesteht sie, die seit 1992 im AKH tätig ist. Herauszufinden, wer bei ihrer Geburt im Kreißsaal half, fiel Anna Roscher nicht schwer. Seit 1965 werden Daten von Geburten im AKH archiviert. Sie recherchierte nach und fand den Eintrag. „Wir haben uns unterhalten und ein Erinnerungsfoto für mich gemacht“, erzählt Anna Roscher.

Wie geht es für sie weiter? „Ich wollte schon immer in die Krankenpflege und meine Eindrücke hier sind total positiv“, sagt die junge Frau. Deshalb will sie nach ihrem letzten Praktikumstag am Berufskolleg Viersen ihr Fachabitur absolvieren und danach wieder zum AKH, um sich zur Kinderkrankenpflegerin ausbilden zu lassen.

Das Mutter-Kind-Zentrum wurde im August 2014 eröffnet. Es ist so konzipiert, dass die Frauenklinik mit der Wöchnerinnenstation und die Kinderklinik St. Nikolaus des AKH Viersen ihre Kräfte optimal bündeln können. Ihr Ziel: eine Trennung von Mutter und Kind während des Aufenthaltes nach der Geburt möglichst zu vermeiden. Alle Fachdisziplinen – von der Hebamme über die Kinderkrankenschwester, vom Kinderarzt und Frauenarzt bis hin zur Stillberaterin – arbeiten hier Hand in Hand.

(StadtSpiegel)