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Tradition trifft auf Moderne

Tradition trifft auf Moderne
Die jungen Braumeister Florian Ackens und Jan-Philipp Eccher.
Viersen (co/red). Heute erinnert nur noch das sanierte Sudhaus an der Dülkener Straße an die alte Lohbusch Brauerei. Doch jetzt wandelt ein junges Unternehmen auf traditionellen Pfaden und schenkt den Viersenern einen Hauch von Nostalgie. Florian Ackens und Jan-Philipp Eccher lassen das Lohbusch Bräu wieder aufleben. Von Claudia Ohmer

In München an der Meisterschule haben sich die beiden 26-jährigen Florian Ackens und Jan-Philipp Eccher kennen gelernt. Noch vor Abschluss als frisch gebackene Braumeister, entwickelten sie die Idee einer gemeinsamen Selbstständigkeit.

„Florian rief mich kurz nach unserer Prüfung an und erzählte mir, dass es in Viersen eine Brauerei gegeben hatte, die das verkörperte, was wir mit unseren Bieren transportieren wollen“, erinnert sich Jan Eccher.

Eine Brauerei, mit der sich beide identifizieren konnten. Dass es gerade der Name Lohbusch Bräu wurde, verdanken die beiden Florian Ackens Mutter. Wie der Zufall so will, hatte die Viersener Familie Kontakt zu Klaus Raschke, Mitarbeiter der damaligen Brauerei. Eine Neugründung des Firmennamens Lohbusch Bräu sollte es werden – eine Idee, die ebenfalls beim ehemaligen Eigentümer auf großes Interesse stieß. „Plötzlich waren wir mittendrin in den Planungen. Der Businessplan musste erstellt, die Marke geschützt werden“, erklärt Ackens.

Hilfe bekamen die beiden Jungunternehmer durch das Viersener Gewächshaus, in das sie auch Anfang 2018 einzogen. Mittlerweile ist die Ackens und Eccher Gbr gegründet, welche die Lohbusch Biere vertreibt.

Ihr neues Bier lehnt sich an das traditionelle Lohbusch-Bräu-Bier an. „Wir haben neue Rezepte entwickelt mit neuen Ideen, dem Zeitgeist angepasst. Auch deshalb, weil es schwierig ist, an die Ur-Rohstoffe heran zu kommen“, weiß Jan Eccher. Das Alt ist süffig, würde der Niederrheiner sagen. Mit strohgoldgelber Farbe lockt dagegen das Pils. „Es ist ein ganz, ganz feines Bierchen“, lächelt Eccher. Beide Biere sind mit Aromahopfen gebraut, das Alt ist zudem „hopfengestopft“. „Eine alte wiederentdeckte Möglichkeit, bei der Hopfen in einem Sack im Lagertank zugegeben wird, wodurch sich die ätherischen Öle entwickeln“, erklärt Ackens. Zurzeit brauen die beiden im Sauerland, langfristig ist jedoch ein Brauhaus in Viersen geplant.

Flaschen und Fässer werden schon bald auf den Markt kommen und dann im Einzelhandel erhältlich sein. Schon am 11. November gab es beim Ritt um die Mühle in Dülken eine Kostprobe des Bieres. Die beiden Braumeister und Biersommeliers bieten auch Biertastings an. Auch individuelle Seminare stoßen bereits jetzt auf großes Interesse. Zukünftig sollen Braukurse hinzukommen, und die ein oder andere saisonale Bierspezialität. Unfiltrierte „Sondereditionen“ echter Handwerkskunst, mit denen sich die Viersener Jungunternehmer als Braumeister ausleben können – denn eines ist sicher, mit Florian Ackens und Jan Eccher hat Viersen zwei Braumeister, die mit Leib

und Seele in ihrer Arbeit aufgehen.

(StadtSpiegel)