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Tolle Motive - am liebsten bei Nacht

Tolle Motive - am liebsten bei Nacht
Eigenkomposition: Bemalte Tanks in einer verlassenen Fabrik kombiniert mit einer Figur aus Venlo.
Viersen. Wenn Bernd Hohnstock unterwegs ist, hat er immer die Kamera dabei. Da kommen im Laufe der Jahre viele Tausende Fotos zusammen. Rund 4 000 von ihnen hat der Hobbyfotograf online auf seine Seite (www.berndhohnstock.de) gestellt. Von Claudia Ohmer

"Ich versuche jeden Tag ein oder zwei weitere Fotos hoch zu laden", sagt der 68-jährige Viersener, der immer auf der Suche nach einem tollen Motiv ist. Doch auch im Kreis Viersen findet der ehemalige Beamte der Telekom viele schöne Motive - "die Haubentaucher an der Nette, die haben es mir auch angetan".

Um besonders bunte phantasievolle Porträts einzufangen ist er beim Japanfest, beim CSD, beim Rotterdamer Karneval oder auch bei der Elfia in Arcen unterwegs. Meist mit von der Partie ist Ehefrau Brigitte. "Nein, ich fotografiere nicht", sagt sie vehement und schmunzelt: "Ich bilde mir jedes Mal ein, dass es zum Shoppen geht."

Alleine loszuziehen auf der Jagd nach dem besonderen Motiv sei schwierig geworden, insbesondere auch bei Nachtfotografien. "Abends auf Fototour zu gehen, das ist klasse. Aber da suche ich noch jemanden, der mit mir dieses Hobby teilt und mitfährt." Insbesondere auch ins Ruhrgebiet, das viele Foto-Schauplätze bietet. "Auf der Halde Haniel waren wir bis nachts um drei, da wir nicht wieder runter gefunden haben", erinnert sich Bernd Hohnstock, der regelmäßig den Fotostammtisch in Niederkrüchten besucht. "Wir treffen uns alle zwei Monate und machen auch Ausstellungen." Jetzt bald wieder und zum sechsten Mal gibt es die "SichtWeisen 6 Reflektionen", an der er sich beteiligt. "Aber gerne würde ich auch einen Fotostammtisch in Viersen gründen, wenn ich Gleichgesinnte finde", erklärt der Fotografie-Fan.

Seit seinem 18. Lebensjahr habe er gerne fotografiert, doch irgendwann sei es eingeschlafen. Zum Leben erweckt wurde seine Begeisterung fürs Fotografieren wieder durch den Karneval, als er 2003 in den ersten Karnevalsverein eintrat. "Da habe ich viele Fotos gemacht im Karneval, auch von den Auftritten meines Sohnes" und nebenbei ist er auch Karnevalist geworden (bei den Blau-Wette Jonges).

Ganz viele Themen nimmt Bernd Hohnstock in den Fokus - ob Tiere, verlassene Gebäude und Industrie ("da recherchiere ich danach die Geschichte dazu"), bunte Graffiti oder Detailaufnahmen - "ich tüftel gerne auch immer Neues aus." Eine superteure Kamera brauche er dafür aber nicht. "Ich sag immer, man muss auch mit einem Kleinwagen gut fahren können", schmunzelt er.

Kirchenräume haben es ihm besonders angetan - "jeder Innenraum ist anders und hat anderes Licht". Meistens fotografiert er ohne Stativ, weil die wären nicht erlaubt. Besonders freut er sich über eine Aufnahme im Kölner Dom. "Die ist mir ganz ohne Menschen drauf gelungen." Eben zur richtigen Zeit den Auslöser gedrückt.

(StadtSpiegel)