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Tod nach Brustkrebsbehandlung?

Tod nach Brustkrebsbehandlung?
Geschlossen: An der Praxis in Bracht war gestern niemand für Infos zu erreichen. FOTO: Heike Ahlen
Bracht. Der Tod einer 43-jährigen Niederländerin gibt der Polizei in Mönchengladbach und Viersen Rätsel auf. Von Heike Ahlen

Am Montag, 25. Juli, hatte sich die Niederländerin aufgrund einer Brustkrebserkrankung in eine ambulante Behandlung in das „Biologische Krebszentrum“ in Bracht begeben. Am Samstag, 30. Juli, verstarb die Frau aus bislang noch ungeklärter Ursache. Sie hatte vorher über Kopfschmerzen geklagt und war teilweise verwirrt. Später war sie nicht mehr ansprechbar.

Die Staatsanwaltschaft Krefeld und die Polizei Mönchengladbach hatten daraufhin ein „Todesermitttlungsverfahren“ eingeleitet und am Dienstag, 2. August, die Presse über den Fall in Kenntnis gesetzt. In der gemeinsamen Presseerklärung heißt es weiter: „Weiteren Patienten des Krebszentrums in Brüggen-Bracht mit ähnlichen Beschwerden wird dringend empfohlen, ärztlichen Rat einzuholen.“

Der Inhaber der Praxis, Klaus R., war gestern bis Redaktionsschluss zu einer Stellungnahme zu dem Fall nicht zu erreichen. Über die Homepage seiner Praxis ist zu erfahren, er habe biomedizinische Technologie an der Uni Gießen studiert und dort mit „cum laude“ abgeschlossen. Seit 2010 arbeitet Klaus R. als Naturheilpraktiker, im August 2015 eröffnete er seine Praxis in Bracht. Auf der Homepage der Praxis heißt es dazu, er praktiziere in Deutschland, „weil die alternative Medizin in den Niederlanden durch Gesetze, Vorschriften und Überwachung durch die Regierung stark limitiert ist. In Deutschland sei auch alles streng überwacht, aber eben möglich.“ Ob der Tod der Niederländerin auf die Behandlung in der Praxis zurückzuführen ist, ist bislang unklar. Die Polizei Mönchengladbach hat die „Ermittlungskommission Brom“ gegründet, um die Umstände des Todes zu ermitteln. Auf dem Schild an der Tür zu der Praxis hängt nun ein Schild mit der Aufschrift: „Due to unforeseen circumstances the practice is closed until further notice“ - also: „Die Praxis bleibt bis auf weiteres wegen unvorhergesehener Umstände geschlossen“.

(StadtSpiegel)