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Stadt Viersen gibt Baumfibel heraus

Stadt Viersen gibt Baumfibel heraus
Wolfgang Halberkann (Städtische Betriebe), Rainer Kammann (Förster), Vera Seibel (Städtische Betriebe), Technische Beigeordnete Beatrice Kamper und Bürgermeisterin Sabine Anemüller (v.l.) stellten die neue Baumfibel vor. FOTO: Daniel Uebber
Viersen. In Viersen sind die Bürger, was das Stadtgrün angeht, besonders sensibel. Jede einzelne Baumfällung wird kritisch hinterfragt, das Bedürfnis, die Gründe zu erfahren, ist groß. Nun hat die Stadt Viersen eine „Baumfibel“ veröffentlicht. Von Daniel Uebber

Das kleine Heft, das es in den öffentlichen Gebäuden der Stadt gibt und das auch online auf der Homepage der Stadt erhältlich ist, beinhaltet den neuen Leitfaden zum Schutz und Erhalt der Bäume auf Viersener Stadtgebiet. Und davon gibt es eine ganze Menge: „Rund 27 000 Bäume sind registriert“, sagt Rainer Kammann. „Letztendlich sind es aber natürlich viel mehr, denn nicht alle Bäume, die auf Stadtgebiet stehen, sind auch bereits kartiert und registriert worden“, so der Stadtförster.

In der Vergangenheit war die Stadt Viersen für ihre Baumfällungen immer wieder teils heftig kritisiert worden. Der Vorwurf, man fälle allein aus Profitgier, stand im Raum.

Denn mit Holz lässt sich gutes Geld verdienen. „Eine Baumfällung wird in Viersen aber von städtischer Seite niemals grundlos und immer nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen veranlasst“, sagt Bürgermeister Sabine Anemüller. Erst wenn die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben ist, der Baum nicht mehr standsicher ist, eine Bebauung geplant ist, oder die Bewohnbarkeit von Gebäuden nachweislich beeinträchtigt wird, werden die Städtischen Betriebe aktiv und fällen den betreffenden Baum. „Und dann wäre es auch sinnlos, das Holz nicht weiterzuverkaufen“, sagt Beatrice Kamper, Technische Beigeordnete. Sie erklärt was sonst noch in der Baumfibel zu finden ist: „In der Baumfibel erfährt man auch, welche Maßnahmen die Stadt trifft, um Schäden an Bäumen zu verhindern.“ „Grundsätzlich ist es so, das Eigentümer für die Bäume verantwortlich sind, die auf ihren Grundstücken stehen“, sagt Wolfgang Halberkann von den Städtischen Betrieben. „Dennoch ist es wichtig, dass Baumpflege und Baumkontrolle von Fachleuten erledigt wird. Denn oft sieht man den Bäumen ihre Schäden von außen gar nicht an.“ „Für die Stadtverwaltung ist die Baumfibel eine Selbstverpflichtung. Für die Bürger ist es ein Appell, freiwillig danach zu handeln. Wir sind der Meinung, wir brauchen keine Baumsatzung in Viersen, die alles regelt. Je mehr Menschen den Leitfaden für ihre eigenen Bäume nutzen, desto mehr wird unser ’grünes Viersen’ von seinen Bewohnern gelebt“, sagt Sabine Anemüller. So sieht es auch Rainer Kammann: „Beim Schutz unserer Bäume wollen wir nicht mit Vorschriften abschrecken, sondern setzen auf Freiwilligkeit.“

(StadtSpiegel)