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Radwege: Es tut sich was

Radwege: Es tut sich was
Entspannt wollen die Viersener auf ihrem Rad unterwegs sein. Das klappt nicht immer. FOTO: djd/ Wildeshauser Geest
Viersen. Wie fahrradfreundlich ist die Stadt Viersen? Geht es nach einer Untersuchung des ADFC, eher weniger: Hier kam bei einem bundesweiten Vergleich heraus, dass Viersen im Vergleich zu ähnlich großen Städten in Sachen Fahrradfreundlichkeit nur auf dem 70. von 100 Plätzen liegt. Von Daniel Uebber

Grund genug für die AG 60plus, selbst tätig zu werden: Die Bürgerinitiative um Jochen Häntsch hatte sich selbst aufs Rad begeben und war die Radwege auf städtischem Gebiet abgefahren. Das Ergebnis: „Wir haben einen Mängelkatalog erstellt und insgesamt 65 Problemstellen erkannt“, sagt Jochen Häntsch, der gemeinsam mit seiner Initiative vergangene Woche zu einem Bürgerabend rund um das Thema eingeladen hatte.

Dieser Einladung folgte auch die Technische Beigeordnete Beatrice Kamper, an die sich die Initiative mit ihrem Mängelkatalog gewandt hatte: „Wir sind von dieser Art des bürgerschaftlichen Engagements begeistert und haben den Mängelkatalog der Politik und der Verwaltung vorgelegt und sind tätig geworden.“

Die 65 Problemstellen im Stadtgebiet, zum Beispiel die Gladbacher Straße an der Kreuzung zur Ernst-Moritz-Arndt-Straße, hat die Stadt in vier Kategorien eingeteilt: „In solche, in der wir Maßnahmen kurzfristig umsetzen können, in solche, in der wir Maßnahmen mittelfristig und in solche, in der wir Maßnahmen langfristig umsetzen können. Und eben in solche, in denen wir keinen Handlungsbedarf sehen oder es rechtliche Gründe für die bisherigen Regelungen gibt“, sagt Beatrice Kamper.

Denn natürlich seien nicht alle Straßen im Stadtgebiet auch der Stadt angehörig: „An Bundes- oder Landesstraßen können wir nichts machen“, so Kamper.

Häufig taucht im Mängelkatalog auch die Forderung nach Radwegen in Tempo-30-Zonen auf. „Hier können wir auch nichts machen. In Tempo-30-Zonen sieht die Straßenverkehrsordnung vor, dass Auto und Rad gemeinsam auf der Straße fahren. Ist das problematisch, sollte vielmehr die Tempo-30-Zone hinterfragt werden“, sagt Kamper.

Es gibt aber auch Stellen, an denen die Stadt sofort tätig werden möchte. An der Kreuzung Willy-Brandt-Ring/ Hohlstraße sollen die Rotmarkierungen der Radfurt erneuert werden, am Hoserkirchweg aus der provisorischen Radfahrschleuse eine dauerhafte gemacht werden. Andere Maßnahmen, die in die langfristige Kategorie fallen, können jetzt noch nicht umgesetzt werden, weil übergeordnete Bauprojekte anstehen: „Die Radwegesituation an der Freiheitsstraße ist nicht optimal. Aber hier wird zunächst ein so genannter ’Tiefensammler’ für Regenwasser unter die Straße gebaut. Da macht es jetzt keinen Sinn teure Radwege zu bauen, wenn man die Straße kurz danach wieder aufreißen muss“, erklärt Beatrice Kamper. „Verständlich“, meint Jochen Häntsch, „aber wir sind überhaupt froh, dass unser Anliegen von der Stadt so engagiert angegangen wird.“

(StadtSpiegel)