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Positive Bilanz nach Eingliederung

Positive Bilanz nach Eingliederung
Gemeinsame positive Bilanz ein Jahr nach Eingliederung des Viersener Stadtarchivs ins Viersener Kreisarchiv mit Kreisdirektor und Kulturdezernent Ingo Schabrich (r.) und Beteiligten.
Viersen. Gut ein Jahr nach der Eingliederung des Viersener Stadtarchivs ins Kreisarchiv Viersen ziehen der Kreis und die Nutzer des Archivs eine positive Bilanz. Von der Redaktion

„Wir erfüllen unsere Absprachen, die wir in der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung mit der Stadt Viersen getroffenen haben“, resümiert Kreisdirektor und Kulturdezernent Ingo Schabrich. „Das Archiv lebt: Das bisherige Leistungsspektrum am Standort Viersen wird in vollem Umfang weitergeführt.“

Ein wichtiger Indikator dafür, dass die Übernahme des Stadtarchivs durch das Kreisarchiv angenommen wird, sind die Benutzerzahlen. Sie blieben 2016 im gleichen Rahmen wie in den letzten zehn Jahren. Die Zahl der Schülerbesuche am Standort Viersen hat sich gegenüber dem Jahr 2016 verdoppelt (216 Schüler gegenüber 105 Schülern) und liegt damit auf dem Niveau der letzten zehn Jahre.

Sehr gut entwickelt hat sich auch die Zahl der erschlossenen Archivalien. Selbst um positive Effekte aus Sonderprojekten bereinigt ist sie um 28 Prozent gestiegen. Der Kreisarchivar Dr. Michael Habersack nennt noch weitere Vorteile, die der Standort Viersen seit der Eingliederung ins Kreisarchiv hat: „Eine wichtige Aufgabe ist die Erhaltung des Bestandes. Das können wir jetzt sogar in deutlich verbesserter Form gewährleisten, denn das Kreisarchiv hat eine eigene Restaurierungswerkstatt und Mittel für die Verbesserung der Fotoverpackung sind schon eingeplant.“ Auch bei den Öffnungszeiten ist das Kreisarchiv den Nutzern entgegengekommen und hat jetzt auch montags geöffnet.

Wichtiger Bestandteil der Unterstützung des Vereins für Heimatpflege Viersen und seiner Arbeitskreise ist die Unterstützung der Recherchearbeit und die Begleitung und Betreuung der Publikationen. So haben sich im vorigen Jahr die Arbeitskreise zu 55 Sitzungen am Standort Viersen getroffen. Der Vorsitzende des Vereins für Heimatpflege, Dr. Albert Pauly, freut sich, dass die gute Kooperation zwischen Verein und Archiv Kontinuität hat. „Es gab lange Zeit kein öffentliches Archiv in Viersen. Der Verein für Heimatpflege hat 1986 mit dafür gesorgt, dass das Stadtarchiv im ehemaligen Humanistischen Gymnasium untergebracht wurde, einen hauptamtlichen Leiter erhielt und das Mobiliar, das heute noch benutzt wird, wurde vom Verein gestiftet. Wir verstehen uns deshalb heute noch als ehrenamtliche Paten des Archivs.“

Von der täglichen Arbeit berichtet Frank Brüggen, der Leiter des Arbeitskreises Stadtfoto: „Wir haben in den letzten drei Jahren viele alte Bilder kommentieren und veröffentlichen können. Wir haben uns zur Aufgabe gemacht, unveröffentlichte Bilder zu veröffentlichen und zu kommentieren.“

Ramona Vahle-Bonsels, Vorsitzende des Arbeitskreises Familienkunde freut sich vor allem auf die Digitalisierung der Einwohnermeldekarteien. Ihr Arbeitskreis hat seit 1986 fast 50 Schriften veröffentlicht. Das nächste Projekt ist die Fortsetzung der Dülkener Trilogie zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Der Arbeitskreis möchte die kaiserzeitliche Einwohnermeldekartei – zu Beginn des 19. Jahrhunderts – für Dülken auswerten.

Archivar Marcus Ewers will die Besucher möglichst gut unterstützen. „Das Ehrenamt ist kein Selbstläufer, man muss etwas investieren, damit man etwas zurückbekommt. Dadurch ist das Archiv sehr lebendig und bürgernah.“

(StadtSpiegel)