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Polizei jagt Spielhallen-Räuber

Polizei jagt Spielhallen-Räuber
Auch diese Spielhalle am Viersener Schultheißenhof überfiel der bewaffnete Räuber am Freitagmorgen. Wahrscheinlich handelt es sich bei allen vier Überfällen um ein und den selben Täter. FOTO: Daniel Uebber
Viersen. Gleich vier bewaffnete Raubüberfälle auf Spielhallen in Viersen und Dülken gehen vermutlich auf das Konto des gleichen bewaffneten Täters, nachdem derzeit die Kriminalpolizei in Viersen fahndet. Es gibt zwar Hinweise, aber noch keine „heiße Spur“. Von Daniel Uebber

Der erste Überfall ereignete sich am vergangenen Mittwoch, 9. Dezember. Um 0.37 Uhr war der Unbekannte, der mit einer Gaspistole bewaffnet war, in die Geschäftsräume einer Spielhalle am Hühnermarkt in Dülken gestürmt und forderte die 60-jährige Mitarbeiterin auf, ihm Bargeld auszuhändigen. Dabei gab er auch einen Schuss aus seiner Gaspistole ab. Die Spielhallenaufsicht jedoch blieb resolut und entzog sich dem Griff des Räubers, der daraufhin ohne Beute flüchtete, die 60-Jährige wurde leicht verletzt.

Am nächsten Morgen, um kurz vor halb neun, versuchte möglicherweise der selbe Täter dann, eine Spielhalle an der Viersener Straße in Dülken zu überfallen. Doch auch dieser Versuch schlug fehl, da die dort tätige Mitarbeiterin dem Räuber auf seine Forderung nach Bargeld „Du kriegst hier gar nichts!“ entgegnete. Daraufhin bekräftigte der Täter seine Forderung mit dem Durchladen seiner silberfarbenen Waffe und begann selbst, die Schubladen in der Spielhalle zu durchsuchen. Diese Gelegenheit nutzte die 52-Jährige, um aus der Spielhalle zu fliehen und die Polizei zu verständigen. Kurz danach verließ auch der Unbekannte die Spielhalle ohne Beute und rannte in Richtung Lange Straße. Eine sofort eingeleitete Fahndung der Polizei mit starken Kräften unter Einsatz eines Polizeihubschraubers blieb ohne Erfolg.

Am Freitag, 11. Dezember, gegen 7.50 Uhr, betrat dann ein maskierter und bewaffneter Mann, der etwa 1,80 Meter groß und auffallend schlank war, die Spielhalle auf dem Schultheißenhof in der Nähe des Amtsgerichts in Viersen.

Auch hier bedrohte der Täter die 38-jährige Mitarbeiterin mit einer Schusswaffe und forderte die Herausgabe von Bargeld. Aus einer Geldkassette erbeutete er Euro Bargeld und stopfte das Geld in eine mitgebrachte Plastiktüte und flüchtete zu Fuß. Er war mit einer dunkelbraunen Strumpfmaske ohne Seh- oder Atemschlitze maskiert. Er trug eine dunkle Jogginghose und eine schwarze Jacke und sprach akzentfreies Deutsch. Nur gut eine Stunde später überfiel dann vermutlich der selbe Täter eine Spielhalle an der Lange Straße in Dülken. Hier konnte er ebenfalls Bargeld erbeuten, die er in einer Plastiktüte bei seiner Flucht davon trug. Bei dieser Flucht wurde der Täter von einem beherzten Zeugen verfolgt.

Der 41-jährige Anwohner hatte den Mann bereits von einem gegenüberliegenden Versicherungsbüro beobachtet und in Kenntnis über die bisherigen Überfälle entschieden, Nachschau zu halten. Doch der Versuch, den Täter festzuhalten, scheiterte. Der Zeuge lief dem Täter noch hinterher, verlor diesen aber aus den Augen. Passanten machten den Zeugen darauf aufmerksam, dass der Täter über den Amerner Weg weggelaufen sei. Die Polizei bittet nun diese Passanten, sich bei der Polizeidienststelle in Viersen zu melden, um weitere Angaben zu machen. Die Ermittler gehen davon aus, dass alle vier Spielhallen-Überfälle von ein und demselben Täter begangen wurden.

Dazu Polizeisprecherin Antje Heymanns: „Wir haben bislang einige Hinweise zu den Fällen erhalten, doch eine ’heiße Spur’ haben wir noch nicht herausarbeiten können.“

(StadtSpiegel)