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Patienten umfassend betrachten

Patienten umfassend betrachten
Chefarzt Dr. Matthias Garczarek (Mitte) mit dem leitenden Oberarzt Jan Zoller bei der Untersuchung einer Patientin im Schockraum der neuen Zentralen Interdisziplinären Notaufnahme im AKH Viersen. Das Foto zeigt eine nachgestellte Szene. FOTO: A. Müller
Viersen. Die Notaufnahme im Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Viersen hat seit einiger Zeit einen eigenen Chefarzt und ein neues Konzept. Von der Redaktion

„Die Zentrale Interdisziplinäre Notaufnahme (ZINA) hilft, Patienten fachübergreifend und damit umfassender zu untersuchen“, sagt Chefarzt Dr. Matthias Garczarek. Kommt beispielsweise ein Patient mit einem Unterschenkelbruch in die Klinik, liegt in einer normalen Notaufnahme der Fokus fast ausschließlich auf der Versorgung des Bruchs. In der ZINA wird bei medizinischen Fragen häufig eine weitere Fachmeinung eingeholt. „Bei diesem Beispiel würde geklärt, ob es für den Bruch auch internistische Ursachen oder begünstigende Faktoren gibt – und zwar mit einem Internisten“, erklärt Garczarek.

Ziel der ZINA ist es, das medizinische Fachwissen der Abteilungen frühzeitig zu bündeln. Eine Krankheitsgeschichte wird dabei aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, um dadurch ein ganzheitlicheres und genaueres Bild zu erhalten. Das bedeutet eine umfangreichere, zielführende Diagnostik in der Notaufnahme. Je nach Sachlage könnten auch erweiterte Untersuchungen wie beispielsweise eine CT oder MRT nötig sein. Seit Mai ist Garczarek im AKH Viersen und setzt das neue Konzept um.

Die Verweildauer in der ZINA kann sich dadurch erhöhen, sagt er. Die aufwendigere Diagnostik zu Beginn hat ihren Preis: es lohnt sich jedoch. Die Behandlungen sind dadurch im Schnitt zielgerichteter und die Verweilzeiten im Krankenhaus kürzer. „Das ist gut für die Patienten und entlastet die Mediziner“, so der Chefarzt weiter.

Insgesamt sechs Ärzte inklusive des Chefarztes stehen als festes Team der ZINA bereit. Hinzu kommen zwei bis drei Pflegekräfte je Schicht. Das Team verfügt über zehn Behandlungsbetten, einen Schockraum und einen Gipsraum für Verbände. Zudem wird eng mit der Chirurgischen und der Urologischen Ambulanz zusammengearbeitet.

Die erste Bilanz des neuen Konzeptes fällt positiv aus: „Wir sind am AKH auf einem guten Weg“, findet der Mediziner. Der Rettungsdienst sei dabei in Notfällen ein wichtiger Partner. Für den Erfolg der ZINA innerhalb des AKH sei wichtig, dass die Kommunikation intensiviert und die Zusammenarbeit gelebt wird. Der Interdisziplinäre Gedanken muss sich durchsetzen. „Dazu müssen viele kleine Rädchen ineinandergreifen und viele Arbeitsabläufe optimiert werden. Das kostet Zeit, aber es wird si

ch lohnen.“

(StadtSpiegel)