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Viersen-Rahser
Neuer dauerhafter Wohnraum für Flüchtlinge

Viersen. Die Stadt Viersen und das städtische Wohnungsbauunternehmen, die Viersener Aktien-Baugesellschaft (VAB), arbeiten eng zusammen, wenn es darum geht, dauerhaften Wohnraum für Flüchtlinge in der Stadt zu schaffen. Stadt und VAB haben das entsprechende Konzept und erste konkrete Maßnahmen bei einem Pressegespräch am Dienstag, 12. Januar, vorgestellt. Von der Redaktion

Die Unterbringung von Flüchtlingen erfolgt in drei Stufen. Die Erstaufnahme erfolgt in Landesunterkünften. Das ehemalige Kaiser's-Hochhaus am Lichtenberg beispielsweise ist eine Notunterkunft für die Erstaufnahme mit 150 Plätzen, die die Stadt derzeit für das Land Nordrhein-Westfalen betreibt. Viersens Erster Beigeordneter und Sozialdezernent Dr. Paul Schrömbges, sagte: "Zum 1. Mai 2016 soll die Einrichtung zu einer Zentralen Unterbringungseinrichtung des Landes NRW für 600 Personen ausgebaut werden."

Aus den Erstaufnahme-Einrichtungen werden die Menschen anschließend in der zweiten Stufe den Kommunen zugewiesen. Diese Zuweisung erfolgt für die Dauer des Asylverfahrens. In Viersen werden zurzeit 1100 Menschen betreut, die in dieser Phase des Verfahrens stecken. Rund 400 von ihnen leben in Wohnungen, 700 in Unterkünften. Diese Unterbringung und Versorgung ist befristet bis zur Entscheidung über den Asylantrag. Nach Schrömbges Worten sei damit zu rechnen, dass die Zahl der Asylbewerber in dieser Stufe des Verfahrens im Lauf des Jahres auf mehr als 2000 ansteigen werde. 

Endet das Asylverfahren mit einer Aufenthaltsberechtigung, dürfen die Asylbewerber ihren Wohnort frei wählen. Das bedeutet, dass sie auch eine Wohnung mieten können. Für diese dritte Stufe des Asylverfahrens müsse in Viersen zusätzlicher, dauerhaft anmietbarer Wohnraum geschaffen werden. Dazu arbeiten Stadt und VAB eng zusammen.

Im Zuge der Umsetzung des Handlungskonzepts Wohnen hat die VAB bereits eine umfangreiche Neubauoffensive gestartet. Fast 300 neue Wohnungen sollen in den nächsten fünf Jahren entstehen. Schwerpunkt sind der Innenstadtbereich sowie Flächen rund um den Bahnhof und den Stadtpark Robend. Um der neuen Situation Rechnung zu tragen, erweitert die VAB ihre Neubauoffensive um rund 120 Wohnungen. Albert Becker, Vorstandsvorsitzender des städtischen Wohnungsbauunternehmens: "Bauen braucht Zeit und wir wollen die Lösungen haben, wenn sie gebraucht werden.´Das ist spätestens der Fall, wenn Flüchtlinge ein Bleiberecht erhalten und bei uns Wohnraum suchen."

Die zusätzlichen Wohneinheiten des Programms werden mit einem speziellen Nutzungskonzept errichtet. Gebaut wird solider, dauerhaft nutzbarer Wohnraum, der zunächst als soziale Einrichtung entsteht und anfangs ausschließlich für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt wird. Anders als die Sammel- und Behelfsunterkünfte bietet dieses Vorgehen den Menschen aber nach der Unterbringungsphase regulären Wohnraum in ganz normalen Wohnungen.

Stadt und VAB legen besonderen Wert darauf, dass die zusätzlichen Wohnungen dieses Konzepts ausgewogen auf die vorhandenen Wohnviertel verteilt werden. Die vorgesehenen 120 Wohneinheiten sollen dort entstehen, wo die VAB auch mit ihrem regulären Neubauprogramm aktiv ist. So können die Wohnungen harmonisch in die Entwicklung der Stadt integriert werden. 

Ein erstes konkretes Projekt der VAB steht bereits in den Startlöchern: Im Rahser, hinter den Kleingartenanlagen im rückwärtigen Bereich der Oberrahserstraße und angrenzend an den Lebensmittelmarkt an der Süchtelner Straße, wird eine dreigeschossige Wohnanlage mit 36 Zwei-und Drei-Zimmer-Wohnungen entstehen. Die drei Baukörper werden von der Oberrahserstraße aus erschlossen und gruppieren sich um eine gemeinsame zentrale Grünfläche in Süd/Westlage. Die Gestaltung ist an die vorhandene Mietwohnungsbebauung im Rahser angelehnt. Mit der Fertigstellung wird Anfang 2017 gerechnet.