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Nach den Spuren der Familie forschen

Süchteln. Mitglieder der Arbeitsgruppe für Familienkunde und Heimatgeschichte im Verein für Heimatpflege Viersen haben in mühevoller Arbeit die Süchtelner Kirchenbücher für Familienforscher und andere Interessierte erschlossen. Von Sandra Geller

Band 1, bearbeitet von Ria Siemes, Angelika Stegers und Hans Maaßen, enthält die Taufen in der Pfarre St. Clemens von 1642 bis 1798. Das 355 Seiten starke Werk kostet 20 Euro und wird im Stadtarchiv Viersen und im Pfarramt St. Clemens verkauft.

Viersens Stadtarchivar Marcus Ewers schreibt im Vorwort: „Keine Quelle besitzt für den Genealogen eine derart hohe Bedeutung wie die Kirchbücher der katholischen und protestantischen Gemeinden, die über Jahrhunderte hinweg, Taufen, Heiraten und Sterbefälle dokumentierten. Vor der Einführung der staatlichen Zivilstandsregister, die im Rheinland 1798 in den meisten Teilen Deutschlands jedoch erst 1872 erfolgte, sind sie die einzige Überlieferung, die systematisch die wichtigsten Lebensstationen der Menschen seit dem beginnenden 17. Jahrhundert dokumentierte. Leider stellen sich ihrer Nutzung gewisse Hürden entgegen, denn das Schriftbild ist unseren Augen unvertraut und nicht jeder Geistliche brachte immer den nötigen Enthusiasmus auf, die Register ordentlich zu führen.“

Dank der Arbeitsgruppe für Familienkunde und Stadtgeschichte steht dieses außerordentlich nützliche Hilfsmittel, das die Kirchenbücher der katholischen Pfarre St. Clemens Süchteln erschließt, nun zur Verfügung. Der Leser findet nicht nur die Einträge in das moderne Schriftbild übertragen, sondern diese auch in alphabetische Ordnung gestellt, so dass es nunmehr ein Leichtes ist, nach den Spuren der eigenen oder anderer Familien zu forschen.

Bei ihrer Arbeit hatten es Ria Siemes, Angelika Stegers und Hans Maaßen nicht immer leicht: Die Identifizierung der einzelnen Namen im Originaltext wurde nicht nur aufgrund der oft schwierig lesbaren Handschriften der Geistlichen erschwert, zudem sind einzelne Kirchenbücher nur in Form einer schlechten Kopie erhalten, die während des Zweiten Weltkriegs angefertigt wurde. Als ausgesprochen vorteilhaft erwies sich die Tatsache, dass die mit der Abschrift befassten Mitglieder der Arbeitsgruppe in Viersen und Umgebung aufgewachsen sind und seit Kindheitstagen mit den hier üblichen Familiennamen vertraut sind.

(Report Anzeigenblatt)