| 17.35 Uhr

Leserbrief zum gerissenen Reh
Ich wünsche mir eine sachliche Diskussion

Viersen. Zu unserem Artikel "Jagdpächter" schlagen Alarm erhielten wir folgenden Leserbrief (Name der Redaktion bekannt):
 
"Vielen Dank für Ihren Artikel. Das ist der erste "Lichtblick" nach langer aus meiner Sicht leider ziemlich einseitiger Berichterstattung zum Thema Hunde. Ich bin sehr betroffen über das Schicksal des armen Rehs, das völlig unnötig auch noch stundenlang leiden musste. Ich denke, die Jagd dürfte doch dem Besitzer nicht unverborgen geblieben sein; denn der Hund müsste auch Blutspuren am Körper gehabt haben. Gleichwohl freue ich mich über die sachliche, differenzierte Haltung der Jägerschaft, die in Ihrem Artikel vom 03.06.2015 zum Ausdruck gekommen ist. Dafür danke ich den Herren! Allerdings glaube ich nicht so recht, dass (wieder einmal) die Katzen verantwortlich sind für Vogelbestände. Da kommt eher der Mensch und das mindestens seit Jahrzehnten in Frage. Aber auch ich bin für Kastration von Katzen, um die Flut unerwünschten und dann vor sich hin vegetierenden Nachwuchses einzudämmen. Anders wird es wohl nicht gehen.
Von der Redaktion

Richtig, solche Vorfälle bringen immer wieder alle Hundehalter in Verruf, auch solche, die stets die aktuell erhöhten Hundesteuern pünktlich zahlen, die großen Geschäfte zuverlässig einsammeln, die ihre Hunde - selbstverständlich - nicht jagen lassen, die überall, auch im Wald und am Feld Rücksicht auf alle anderen Tiere wie Menschen nehmen und ihre Hunde dementsprechend erziehen und halten. 

Ich wünschte mir allgemein eine sachliche Diskussion und Information. Man sucht über die bekannteste Suchmaschine im Internet weitestgehend erfolglos. Kreis und Stadt Viersen halten sich da leider zurück. Das gilt auch für das Tierheim. Ein bisschen mehr leicht zugänglicher Service würde doch nicht schaden. Ich wusste selbst z.B. auch nicht, dass auf dem hohen Busch Hochwild außerhalb des Wildgeheges lebt. Um es klarzustellen: Nichtwissen schützt nicht und im Fall eines Kaninchens wäre ich genauso bestürzt. Meine Hunde jagen schon deshalb nicht und nichts, weil sie keinen Jagdtrieb besitzen und ich sie "im Griff" habe. Und ich bin immer mal mit Jägern im Gespräch, wenn man sich zufällig im oder am Wald trifft, stelle mich und meine Hunde vor und habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht.

Auch die Süchtelner Höhen sind für mich wie meine Hunde quasi ein Paradies. Ich möchte natürlich, dass das so bleibt. Ich meine aber, dass ich dafür einiges tue und: Dass man umgekehrt für die Steuereinnahmen auch was tun sollte, wenngleich die Steuer natürlich nicht zweckgebunden gezahlt wird. Als Hundebesitzer fühlt man sich mitunter lediglich pauschal gegängelt, konkret gelegentlich beschimpft oder sogar bedroht. Vielleicht wird ja was getan, ohne dass ich wie viele etwas davon merke...

Fazit: Ich wäre sehr erfreut, wenn Sie z.B. auf dem mit Ihrem Artikel eingeschlagenen Weg "am Ball" blieben. Als weitere Themen könnte ich mir beispielsweise vorstellen: gesicherter Hundeauslauf wie in anderen Städten, finanziert durch die Hundesteuer, Leinenpflichten, Gassibeutel, Tierschutz, Benehmen im Wald für alle Besucher."