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Lasst es richtig schrammeln!

Lasst es richtig schrammeln!
Tony Gerhards, Axel Nothen und Martin Moors (von links) sind die Schrammeletten. FOTO: Uli Rentzsch
Kaldenkirchen. Die Kaldenkirchener Schrammeletten leiten den letzten Teil des Dorfrocks 2018 ein – präsentiert von Extra-Tipp und Stadt Spiegel. Am Freitag, 23. November, stehen sie ab 19 Uhr auf der Bühne im Breyeller Saal „Im Kreuels“, ehe die Central Park Band ab 20.15 Uhr die Welt von Simon & Garfunkel erklingen lässt. Von Ulrich Rentzsch

„Sie sind nicht besonders begabt, nicht besonders vorlagentreu und nicht besonders gut aussehend – aber sie lieben die Musik und freuen sich über jede Gelegenheit, andere daran teilhaben zu lassen: Die Schrammeletten!“ So beschreibt sich das Kaldenkirchener Trio selbst. „Ich bin kein außergewöhnlicher Gitarrist und auch kein außergewöhnlicher Sänger, aber mache beides unwahrscheinlich gerne“ bestätigt Axel Nothen. Er ist der „Frontmann“ – wenn man das so nennen darf – der Schrammeletten.

Aber was genau ist denn Schrammeln? Der Extra-Tipp ging dieser zunächst mysteriös klingenden Tätigkeit auf den Grund und besuchte die Schrammeletten in ihrer Heimat – in Kaldenkirchen. Da stehen die Drei also, vor ihnen auf dem Tisch drei Bierchen und einige Nüsschen. Sie sind in Nullkommanix in Plauderlaune.

Schrammeln steht für eine natürliche Unkompliziertheit, für eine doch irgendwie geplante Spontaneität, für die konsequente Überraschung. Aber die Schrammeletten lassen den Begriff noch einen Moment im Raum schweben. Drummer Martin Moors fasst dann doch zusammen: „Unsere Songs sind zum Mitsingen, zum Mitklatschen, zum Schunkeln.“ „Der Spaß steht definitiv im Vordergrund – da geht kein Weg dran vorbei“, sagt Bassist Tony Gerhards, der auch bei den Kleinstadtrokkern aktiv ist. Die Songs kennt so gut wie jeder, das Publikum weiß das zu schätzen. Evergreens und Stimmungslied – das passt zusammen. Wenn dann noch bei jedem der Schrammeletten jahrelange Erfahrung auf der Bühne und im Proberaum zusammen kommen – bitte. Also!

Und noch ein wichtiger Punkt: Die Band, die sich nicht als Tributeband versteht, will alles so einfach wie möglich halten. Ein wirbelndes Solo à la Eric Clapton wird nicht kopiert, sondern gesungen – oder schlicht und einfach weggelassen. So lässt sich „Walk of Life“ von den Dire Straits auch ohne Orgel spielen. Natürlich! Und es funktioniert.

Das haben die Schrammeletten am eigenen Leib erfahren dürfen. 2014 – just in dem Moment, als die deutsche Fußball-Nationalelf die brasilianische Seleção durch die Luft wirbelte, feierten sie mit. Hans Willi Dors hörte genau hin und ermunterte die Drei, doch beim Finale eine kleines Rahmenprogramm zusammenzustellen. Gesagt getan. Es traf sich gut, dass sich die drei Musiker gut kannten – von den Messdienern, in der Kaldenkirchener Heimat und beim Bierchen bei „Axel“. An diesem legendären Finalsonntag sangen sie Lieder, die irgendwie mit Fußball zu tun hatten: „Buenos Dias Argentina“ oder auch „Seven Nations Army“ – so was halt.

Der Spaß sprach sich herum. Die Schrammeletten spielten auf Geburtstagen, dann auf noch mehr Geburtstagen und privaten Feiern. Ihre Setliste wurde zum jeweiligen Anlass passend gestrickt. In Leimbach (Eifel) überraschten sie die Trierpilger zu deren 25. Jubiläum und spielten „Keep on Running“ und „Walk Like A Egyptian“. Das Stadtfest in Kaldenkirchen im Zelt der Seenstädter, der Donnerstagabend beim Festival „Eier mit Speck“ und neulich noch beim Spring Jam Festival – jetzt kommt der Dorfrock.

„Wir haben unsere Setliste extra neu geschrieben“, sagt Axel Nothen, auch Mitglied der Essener Metalband „Crash Gate 6“. „Unser Ziel ist gute Laune“, ergänzt Tony Gerhards.

„Die Schrammeletten klingen nicht nur charmant rudimentär, sondern vor allem einfallsreich und immer verdammt ehrlich. „Mamas liebste Oldies“ – eben die besten Hits national wie international aus den 1960er und 1970er Jahren. Mitsingen, schunkeln, tanzen und feiern ist ausdrücklich erwünscht!“

(Report Anzeigenblatt)