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Kaffee mal multikulturell

Kaffee mal multikulturell
Alle 14 Tage lädt der Zonta Club Viersen Flüchtlingsfrauen zum Frühstück ein - Reden, Essen, Kaffee oder Tee trinken, mehr von einander erfahren. FOTO: Horst Grasemann
Viersen. Es duftet nach frisch aufgebrühtem Kaffee, Brot und Brötchen. Geschäftig laufen die Zontafrauen umher und tragen Käseplatten und frisches Obst von der Küche in den benachbarten Pfarrsaal von St. Marien Hamm. In wenigen Minuten werden die ersten Flüchtlingsfrauen zum Frühstück erwartet. Von Sandra Geller

Eine Willkommenskultur für Flüchtlinge etablieren - vor diesem Hintergrund hat der Zonta Club Viersen seine Initiative „Zontafrauen für Flüchtlingsfrauen“ ins Leben gerufen. Erstes Projekt ist ein regelmäßiges Frauenfrühstück in St. Marin, das alle 14 Tage mit Unterstützung der Pfarrgemeinde und dem Katholischen Verein für soziale Dienste angeboten wird. „Wir sind ein Service-Club. Angesichts der Flüchtlingswellen müssen wir doch etwas tun“, sagt Agnes Pauly und schenkt sich eine zweite Tasse Kaffee ein. Ihr gegenüber sitzen drei junge Frauen aus Persien, modisch gekleidet und perfekt geschminkt. „Die machen sich immer schön“, flüstert eine der Zonta-Damen. Bita ist eine von ihnen; sie ist fröhlicher Stimmung, ihr Asylantrag wurde bewilligt. Sie kann in Deutschland bleiben, muss nicht zurück in ihre Heimat, wo sie verfolgt wurde, weil sie zum Christentum übergetreten ist. Das Schicksal der anderen Frauen? Ungewiss! „Wir wissen nie, welche der Frauen beim nächsten Frühstück noch dabei sein werden. Aber wir machen weiter, das hat sich für beide Seiten positiv entwickelt“, erzählt Ursula Klemm, eilt in die Küche und holt noch ein Tablett mit frischem Geschirr. Mittlerweile gibt es keinen freien Platz mehr am Frühstückstisch. Serbinnen, Perserinnen, Albanierinnen, Frauen aus Tschetschenien, Mazedonien und Syrien, fast 15 Personen haben den Weg aus den umliegenden Flüchtlingsunterkünften ins Pfarrheim gefunden. Einige der Frauen haben ihre Kinder mitgebracht, die an einem Tisch in der Ecke mit Lego-Steinen spielen.

Es wird gegessen, geredet und so ganz neben noch ein bisschen Deutschunterricht erteilt. „Das Salz“, „der Zucker“, „die Tasse“ - anhand kleiner weißer Zettel erklärt Ute Zimmermann geduldig die Begriffe. Die Perserinnen lachen, beim nächsten Mal wird es mit der Verständigung besser klappen.

(Report Anzeigenblatt)