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Königsburg 2.0
Hier entsteht ein Kino

Königsburg 2.0: Hier entsteht ein Kino
Im alten Kinosaal sieht es noch relativ wüst aus, doch schon bald beginnen hier die ersten Arbeiten. Cornelia Breidenbach, Thomas Musen und Thomas Hoffmanns (v.l.) haben ehrgeizige Pläne. FOTO: Uebber
Süchteln. Viele Süchtelner kennen die Königsburg am Lindenplatz noch von früher: Als Kino war es Treffpunkt für Filmfans, im "Kö-Keller" wurde ordentlich gefeiert, und in der Gaststätte gemütlich ein Bierchen getrunken. Diese "guten alten Zeiten" sollen nun wiederbelebt werden.

"Ein bisschen verrückt muss man schon sein", gibt Thomas Musen zu. Der Süchtelner hat vor wenigen Monaten gemeinsam mit sechs Mitstreitern den Verein "Königsburg 2.0" gegründet - mit dem Ziel, die verwaiste Lokalität am Lindenplatz wieder mit Leben zu füllen. Doch so, wie es hier aktuell aussieht, kann man sich die Realisierung dieses Traums nur schwer vorstellen: Das Dach ist völlig marode, die Äste der Bäume wachsen schon durch die kaputten Fenster, der Putz ist nicht nur von den Wänden abgebröckelt, nein, ganze Löcher sind in den Wänden des Gebäudes, das Thomas Musens Urahn im Jahr 1908 erbaute. 

Überlegungen existieren schon seit einigen Jahren

"Für mich war der Zustand der Königsburg immer ein Dorn im Auge, wenn ich hier vorbei kam. Nicht nur wegen dem familiären Hintergrund. Als Kind habe ich hier das Dschungelbuch geguckt, als Jugendlicher im Kö-Keller gefeiert. Schon vor drei Jahren wollten wir das Objekt kaufen. Doch erst jetzt hat sich die Gelegenheit ergeben", sagt Musen. Dank einer großzügigen Spende eines nicht namentlich genannten Vierseners, kann der mittlerweile 30 Mitglieder zählende Verein "Königsburg 2.0" nun mit den Arbeiten beginnen. "Beziehungsweise haben wir schon mit den ersten Arbeiten angefangen. Im Innenhof mussten wir erst einmal das Unkraut entfernen - das war schon über einen Meter hoch gewachsen", sagt Thomas Hoffmanns.

Thomas Hoffmanns, Cornelia Breidenbach und Thomas Musen vom Verein "Königsburg 2.0" wollen in Süchteln die Königsburg sanieren und neu eröffnen. FOTO: Uebber

Tag des offenen Denkmals im September

Und auch der Kinosaal hat etwas von einem "lost place" - einem Ort, den seit Jahren kein Mensch mehr betreten hat. Efeu wächst durch das Dach nach innen herein, die Decke sieht akut einsturzgefährdet aus, und der Boden - naja, sprechen wir besser nicht darüber. Doch Cornelia Breidenbach vom Verein "Königsburg 2.0" verrät: "Schon im September sollen hier die wichtigsten Arbeiten erledigt sein. Ein neuer Boden ist schnell verlegt." 

Und das muss er auch, denn am 13. September beteiligt sich der Verein am "Tag des Denkmals". In der Königsburg soll die Abschlussveranstaltung des Tags stattfinden - und dann werden etliche Besucher wissen wollen, wie es mit dem denkmalgeschützten Gebäude weiter geht. "Das Interesse in der Süchtelner Bürgerschaft jedenfalls ist riesig", sagt Thomas Musen. Bei zwei Tagen der offenen Tür war "die Hütte voll".

Auch der "Kö-Keller" wird modernisiert. Hier stellt sich der Verein in Zukunft vor allem Kunstprojekte vor. Außerdem soll die Lokalität für private Zwecke vermietet werden. FOTO: Uebber

Königsburg wird offene Baustelle

Doch nicht nur an dem Tag im September können sich die Süchtelner von den Fortschritten in der Königsburg ein Bild machen. "Die Gaststätte und das Kino sollen eine offene Baustelle werden. Wir hoffen auf viel Unterstützung von Handwerkern, die uns dabei helfen, den Traum der Wiedereröffnung des Kinos zu verwirklichen", sagt Thomas Musen, der auch schon relativ konkrete Vorstellungen davon hat, wie die Königsburg in Zukunft aussehen soll: "Wir möchten die alten Passage vom Lindenplatz direkt zum Kinosaal am Innenhof wiederbeleben. Dazu soll vorne, wo früher die Gaststätte war, ein Bistro entstehen. Im Obergeschoss planen wir eine WG, zum Beispiel für Künstler oder Studenten. Und im Kino werden wir zweckmäßig bestuhlen, so dass der Saal auch für andere Veranstaltungen genutzt werden kann. Schon während der Bauphase sollen erste Veranstaltungen im alten Kinosaal durchgeführt werden." Dem Verein schweben Theater- und Kabarettabende sowie Kunstprojekte vor.