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Hexen, Ritter, Märchentanten

Hexen, Ritter, Märchentanten
Hexen, Märchentanten, Ritter, Nachtwächter, Mönche und die Heilige Irmgardis - sie alle machen mit bei dem Projekt und bringen Kindern Süchtelner Sagen und Legenden näher. FOTO: Uebber
Süchteln. Schon mal etwas von der Süchtelner Schlaghexe gehört? Was hat es eigentlich mit den Heimännkes auf sich? Seit einem Jahr geht der Süchtelner Heimat- und Verschönerungsverein solchen Geschichten auf die Spur. Von Daniel Uebber

Dreimal bereits schlüpfte Heinz Prost in die Rüstung von Ritter Balduin und führte Kindergartengruppen an die geheimnisumwobene versunken Kapelle im Johannistal.

„Möglicherweise gehen die Ursprünge dieser Kapelle sogar bis zurück zu den alten Römern. Der Limes verlief ja hier ganz in der Nähe“, sagt Heinz Prost, der gemeinsam mit Christian Krätz vom Verschönerungsverein vor etwas über einem Jahr das Projekt ins Leben rief.

Mittlerweile ist es gut bei den Menschen in Süchteln angekommen. Acht ehrenamtliche Mitstreiter stehen bereit, um Süchtelns Kindergartenkinder ein Stück Heimatgeschichte näher zu bringen. „Über den Wissensdurst der Kinder tragen wir die alten Süchtelner Sagen und Legenden in die Familien“, sagt Heinz Prost. „Wir möchten, dass diese Geschichten nicht in Vergessenheit geraten“, ergänzt Regina Hanisch, die sich extra für das Projekt ein Gewand der Heiligen Irmgardis organisiert hat.

Heimatkunde zum Anfassen

Sie „entführt“ die Kinder über den Kreuzweg, vorbei an den sieben Fußfällen, hinauf zum Heiligenberg und erzählt den Kindern dabei aus dem Leben der Heiligen Irmgard. Durch das Kostüm und das Aufsuchen der Original-Schauplätze der Geschichte wird aus den Erzählungen „Heimatkunde zum Anfassen“. Genau so läuft es auch bei Charlotte Hoffmann, die im Hexekostüm die Geschichte der „Süchtelner Schlaghexe“ den Kindern näher bringt. Oder bei den beiden „Märchentanten“ Rita Stertz und Rosi Krätz.

„Wir bekommen jetzt auch bereits Anfragen von Erwachsenengruppen, die auch gerne einmal mit uns ’auf Tour’ gehen wollen. Da sagen wir natürlich nicht nein“, so Heinz Prost.

(StadtSpiegel)