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Hand auf´s Herz, Herr Thönnessen

Hand auf´s Herz, Herr Thönnessen
Extra-Tipp-Redakteur Dirk Kamps im Interview mit Bürgermeister Günter Thönnessen. Das scheidende Stadtoberhaupt blickt im Gespräch mit dem Extra-Tipp auf den anstehenden Wahlkampf. FOTO: A. Baum
Im September wird seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger gewählt. Wie erlebt der scheidende Bürgermeister Günter Thönnessen die letzten Wochen im Amt? Darüber sprach Extra-Tipp-Redaktionsleiter Dirk Kamps mit ihm. Von Dirk Kamps

Extra-Tipp: Ihre Amtszeit neigt sich nun dem Ende zu. Wie erleben Sie diese letzten Wochen? Mit Wehmut oder eher voller Vorfreude?

Günter Thönnessen:

Weder noch. Die aktuellen Themen, zum Beispiel die Fertigstellung des Bahnhofsplatzes, die Entwicklung in Dülken oder die Kooperation der Krankenhäuser, nehmen mich zurzeit noch sehr in Anspruch. Ich bin darin so stark eingebunden und engagiert, dass ich gar keine Zeit habe, darüber nachzudenken.

Was möchten Sie direkt machen oder umsetzen, wenn Sie endgültig aus dem Amt geschieden sind?

Auf jeden Fall: erst einmal tief durchatmen und zur Ruhe kommen. Alles Weitere werde ich dann sehen, konkrete Pläne gibt es noch nicht. In jedem Fall werde ich deutlich mehr Zeit haben, um mich der Steinbildhauerei zu widmen.

Hand auf´s Herz – verspüren Sie nicht doch manchmal den Wunsch, eine dritte Amtszeit anzuhängen?

Ich werde dieses Jahr 64. Die meisten Menschen treten in dieser Lebensphase in den Ruhestand. Eine weitere Amtszeit würde bis 2020, also noch einmal fünf Jahre dauern. Ich habe mich seinerzeit festgelegt und bleibe dabei: Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, diese wichtige Aufgabe in andere Hände zu legen. Zudem sollte man auch an seine Gesundheit denken.

Verfolgen Sie den Wahlkampf ? Wie läuft er Ihrer Einschätzung nach ab?

Welchen Wahlkampf? Natürlich, das ist ja nicht zu übersehen, positionieren sich einzelne Bewerberinnen und Bewerber und ihre Anhänger schon in den sozialen Medien. Ich denke aber, der eigentliche Wahlkampf startet erst nach den Sommerferien. Aber es ist schon eine sehr, sehr wichtige Wahl. Wählen gehen ist ein absolutes Muss, vor allem bei einer sehr wahrscheinlichen Stichwahl.

Rückblickend – würden Sie heute etwas anders machen?

Ich habe den hohen Einsatz, den dieses Amt verlangt, gern erbracht. Aber auf jeden Fall würde ich viel mehr Rücksicht auf meine Gesundheit nehmen. Natürlich war nicht alles perfekt und frei von Fehlern, aber ich glaube, dass sich in meiner Zeit in Viersen eine Menge bewegt hat.

(Report Anzeigenblatt)