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Freifunk
Freies WLAN für ganz Viersen?

Viersen. Der Ausschuss für Wirtschaftsförderung der Stadt Viersen prüft derzeit, wie man kostenfreies WLAN für die Viersener Fußgängerzone realisieren könnte. Geht es nach Lars Bühler vom Verein "Freifunk", ist das ganz einfach. Von Daniel Uebber

Schnell ein Foto per Whatsapp schicken. Kurz bei Facebook den Status seines Freundes liken. Nachschauen, ob die Bahn Verspätung hat. Diese Dinge "mal eben" mit dem Smartphone zu erledigen, das ist heute absoluter Standard. Aber nur, wenn man ein gutes Handynetz und genügend Datenvolumen hat.

Der Verein "Freifunk" greift dieses Problem von einem anderen Punkt auf: "Wir möchten Viersen mit einem kostenlosen WLAN-Netz für alle versorgen", sagt Freifunker Lars Bühler. Damit das funktioniert, braucht "sein" Verein nur eins: genügend Mitstreiter. "Freifunk basiert darauf, dass Internetnutzer etwas von ihrer Bandbreite an die Allgemeinheit 'spenden'. Man benötigt dazu zusätzlich zu seinem Router nur ein Freifunk-Gerät, dass das eigene WLAN-Signal weiterträgt", erklärt Lars Bühler.

In Viersen gibt es schon mehrere solche Punkte. Etwa am Sparkassenvorplatz in der Fußgängerzone oder am Bahnhof, wo das Büro der Partei "die Grünen" einen Freifunk-Knoten installiert hat. Passanten können sich ohne Probleme in das WLAN-Netz einloggen - unkompliziert und ohne Passwort. "Das Besondere am Freifunk ist außerdem, dass derjenige, der das Netz bereitstellt, nicht für Inhalte oder Nutzung desjenigen haften muss, der sich im Freifunk-Netz bewegt", sagt Lars Bühler.

Viele Städte im Ruhrgebiet, aber auch die Kreisverwaltung in Kleve nutze das Angebot bereits. Und für Viersen sieht Bühler vor allem für die Gastronomie und den Einzelhandel Potenziale. "Ein freies WLAN in der Innenstadt wäre ein Standortvorteil, von dem alle profitieren würden, vor allem Gastronome und Einzelhändler", ist sich Lars Bühler sicher. Da die Freifunk-Bereitsteller rechtlich geschützt seien und sich die Kosten auf die einmalige Anschaffung eines Freifunk-Routers belaufen würden (30 Euro), könne man so seinen Kunden für wenig Geld ein voll funktionsfähiges und stabiles WLAN-Netz anbieten.

"Gerade in Restaurants werden die Kellner ja häufig nach dem WLAN-Passwort gefragt. Mit Freifunk wird das überflüssig." Wichtig sei auch, dass jeder Freifunker selbst bestimmen kann, wie viel er von seiner Bandbreite an die Allgemeinheit abgibt. "Die eigene Internetverbindung leidet also nicht darunter, wenn man Freifunker wird." Nicht nur Viersens Innenstadt sei ein potenzieller Freifunk-Kandidat, sondern auch Vereinsheime, Flüchtlingsunterkünfte, Schulhöfe oder Jugendeinrichtungen.