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Fitness für die grauen Zellen

Viersen. Haben Sie schon einmal etwas von Life Kinetik gehört? Dabei handelt es sich um ein neuartiges Training für geistige Fitness. Redakteurin Claudia Ohmer hat die Methode, die Denksport mit Bewegung kombiniert, getestet. Von Claudia Ohmer

Sudoku und Kreuzworträtsel sind mir zu altbacken, um das Gehirn zu trainieren. Ich mag es da lieber unkonventionell, die grauen Zellen auf Touren zu bringen. Und wenn der Spaß auch nicht zu kurz kommt – umso besser. Also geht es los mit dem neuen Programm Life Kinetik und zwei Jonglierbällen (so genannte Edus) in der Hand. Jetzt heißt es: Die Bälle parallel senkrecht in die Luft werden, schnell die Arme kreuzen und die beiden Bälle wieder auffangen –allerdings mit den gekreuzten Armen. Sieht erstmal generell gar nicht so schwierig aus. Oh je - aber schnell sorgt das Arm-Kreuz-Wirrwarr für Chaos im Kopf. Bei meinen Mitstreitern landen die Ebus auch öfter mal auf dem Boden.

„Verschiedene Areale des Gehirns werden bei den Übungen kombiniert und verknüpft“, erklärt Silke Niemeyer, Life Kinetik-Coach. „Verbindet man Wahrnehmung, Gehirnjogging und Bewegung miteinander, bilden sich neue Verbindungen (Synapsen) im Gehirn, und das steigert die Leistung“, bringt die Trainerin die Formel des Life Kinetik auf den Punkt. Nun gut, ich werfe die Bälle einige Male hoch – es klappt. Kein Knoten mehr in den Armen (zuhause werde ich weiter üben). Doch Perfektion ist nicht gefordert, nach einigen gelungenen Wiederholungen ist die Übung beendet und wird variiert. „Die Devise ist neue Reize zu schaffen – die Abwechslung bringt den Lernerfolg“, weiß Niemeyer.

Die nächste Herausforderung steht schon an. Mit Hand-Fuß-Koordination habe ich beim Versuch Schlagzeug zu spielen schon einmal Bekanntschaft gemacht. Auch jetzt macht es nicht direkt „klick“, bei der so genannten „Bewegungskette“. Mein Gegenüber wirft mir den Ball zu und macht die Ansage „rechts“ oder „links“. Und ich soll nun mit der angesagten Hand den Ball fangen und gleichzeitig den gegengleichen Fuß einen Schritt nach vorne setzen. Puh! Das muss ich wohl noch länger üben.

Und jetzt nochmal konzentrieren (übrigens kann man während der Übungen alle anderen Gedanken gut abschalten) und zur letzten Choreographie, die für außen Stehende recht kurios wirken muss. Wir müssen über uns selbst lachen, auch das ist erwünscht. Der Life Kinetik-Coach nennt eine Farbe und wir müssen einen Schritt in eine bestimmte Richtung machen. Blau vor, grün zurück, rot links, gelb rechts. Koordination ist gefragt und der Spaßfaktor steigt. Dann bringt Silke Niemeyer noch Zahlen ins Spiel und verwirrt uns abschließend noch, indem sie Farben und Zahlen kombiniert.

„Auch Profisportler wie die Handballnationalmannschaft trainieren mit diesem Programm“, weiß Niemeyer. Nun gut, für mich heißt es für heute Pause für Füße und graue Zellen.

(Report Anzeigenblatt)