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Fahrradfreundliche Stadt?

Fahrradfreundliche Stadt?
Radfahren, nicht nur für Kids, sondern für alle - ist das ein Spaß in unserer Stadt?
Viersen. Der Arbeitskreis Radwegenetz der SPD-AG 60 plus lässt nicht locker in Sachen "Fahrradfreundliches Viersen?" und wird den 2015 erarbeiteten Mängelkatalog fortschreiben. Durch unseren Aufruf haben viele Bürger neue Problemstellen dem Arbeitskreis gemeldet. Von Claudia Ohmer

"Das haben wir uns anders vorgestellt. Wir sind sehr enttäuscht. Hatten wir doch viele Hoffnungen in den neuen Nahmobilitätsmanager der Stadt gesetzt, der jedoch aus privaten Gründen schon wieder seine Tätigkeit im Planungsamt beendet hat", sagt Jochen Häntsch, Sprecher des "Arbeitskreis Radwegenetz" der SPD-AG 60plus. Denn besonders kritikwürdig sei (und ist nun wieder) die unzureichende personelle Besetzung der zuständigen Fachabteilung und dementsprechend keine Entwicklung von Konzepten, die man zum Beispiel beim Baulastträger "Straßen NRW" für Fördergelder einreichen könne.

"Wenn man bedenkt, dass 3,3 Millionen Euro Fördergelder zur Verbesserung der Radwegesituation in den Kreis gekommen sind – aber kein einziger Euro in die Stadt Viersen, dann kann man sicherlich erkennen, welche Chancen wir in unserer Stadt vergeben", ergänzt Häntsch, der zusammen mit Manfred Woters, Hans Geisthardt, Johannes Veerman und Lothar Stromitzky den Arbeitskreis bildet.

"Doch es bringt nichts, jetzt die Hände in den Schoß zu legen, wir machen weiter." Bei einem Treffen mit der Technischen Beigeordneten (damals noch mit Nahmobilitätsmanager) habe man sich bereit erklärt, den Mängelkatalog 2015/ 2016 fortzuschreiben – mit Unterstützung vieler Viersener Bürger, berichtet Häntsch. Der Aufruf an die Bürger in unserer Zeitung, weitere Problemstellen in der Radwegesituation in Viersen dem Arbeitskreis zu melden, entwickelte sich positiv.

"Der Arbeitskreis hat nur rund 30 neue konkrete Meldungen über Gefahrenstellen erhalten." Jedoch habe es viele wichtige Meinungsäußerungen und Forderungen gegeben, dass Rat und Verwaltung intensiver prüfen und die rechtlichen Rahmen voll ausschöpfen könnten, um das Radwegenetz etwas verbessern zu können. Zum Beispiel geht es dabei um die Themen "Ampelphasen" (durch Drucktasten lange Wartezeiten für Radfahrer), "Einbahnstraßenregelung" (Einbahnstraßen gegen Verkehrssichtung befahrbar machen) und "intensive Pflege besonders wichtiger Radwegestrecken".

Momentan werden die gemeldeten Schwachstellen in allen drei Stadtteilen von den Mitgliedern des Arbeitskreises besichtigt und überprüft, ob sie wirklich als Gefahrenstellen einzustufen sind.

"Am Montag, 16. April, werden wir mit unserer Technischen Beigeordneten und dem zuständigen Fachbereichsleiter - und begleitet von sicherlich mindestens 25 Dülkener Bürgern die Problemstellen in Dülken abfahren", sagt Jochen Häntsch. Außerdem soll es wieder eine Bürgerschaftsversammlung geben.

(StadtSpiegel)