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Eintauchen in regionale Geschichte

Eintauchen in regionale Geschichte
Autor Leo Peters (l.) mit dem Vorsitzenden des Vereins für Heimatpflege Viersen, Albert Pauly. FOTO: Ohmer
Viersen. 50 historische Ereignisse vom Niederrhein, der oftmals Schauplatz europäischer Geschichte war, sind im neuen Buch von Historiker und Autor Leo Peters zu entdecken. „Der Niederrhein – Schauplatz europäischer Geschichte“ ist im Droste-Verlag erschienen. Von Claudia Ohmer

Auf eine abwechslungsreiche Zeitreise von 1289 bis ins Jahr 1947 kann der Leser gehen. Als ein ganz besonderes Ereignis bezeichnet Albert Pauly, Vorsitzender des Vereins für Heimatpflege, das druckfrische Buch. Anschaulich geschrieben und illustriert sollen die 50 chronologischen und kurzweiligen Kapitel „Geschichte so darstellen, dass Geschichtsinteressierte sich weiter damit befassen, gewonnen werden.“ Dies gelinge nur, wenn man ein Buch aufschlagen würde und nicht erschrecken würde. „Das gelingt dem Autor“, sagt Pauly stolz.

„Jeder Artikel steht für sich, alle Bereiche sind vertreten, Territorial- und Kriegsgeschichte, Biographien, Wirtschafts-, Medizin- und Kulturgeschichte, aber auch Literatur- und Kunstgeschichte“, erklärt Autor Leo Peters, ehemaliger Kulturdezernent des Kreises und Leiter des Kreisarchivs. Wobei das 208 Seiten starke Werk keine Ansammlung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse sei, sondern als Hauptintension die Vermittlung von Geschichte verfolgt.

Peters beginnt in dem Jahr, als die Burg Brüggen erstmals erwähnt wurde. „Im Mittelalter war dies eine ernstzunehmende Burg“, erklärt er. Er klärt über die „schöne“ Anna von Kleve auf und schreibt über die Karriere des Ritters Tilman von Brempt, den Reichsfürst aus Lobberich und einen besonderen Kupferstecher aus Bracht. Viele Beiträge haben Kempen zum Inhalt – „das war schon damals eine bedeutende Stadt“. Im Kapitel „Der Tod einer bemerkenswerten Frau“ behandelt Leo Peters das Leben von Ferdinanda von Wachtendonk, Krickenbeck-Erbin und achtfache Mutter, die in der Brüggener Kreuzkirche beigesetzt wurde. „Die Dame ist mir besonders ans Herz gewachsen“, sagt der Historiker. Die Irmgardiskapelle in Süchteln ist Thema und „Beispiel barocker Volksfrömmigkeit“. Auch dem bedeutenden Politiker und Fabrikant Gustav von Mevissen aus Dülken widmet Peters eine Geschichte. Zahlreiche Fotos, Porträts, Karten und Abbildungen untermalen die Beiträge. Der Leser kann an jeder Stelle eintauchen in die Geschichte des Niederrheins, muss nicht von vorne bis hinten lesen.

Der erste Band, welcher 2014 zur Ausstellung auf Anregung von Albert Pauly erschienen ist, war schnell vergriffen.

Das aktuelle Buch und zweite Band soll im Zwiegespräch von Autor Leo Peters mit Paul-Günter Schulte, ehemaliger Krefelder Stadtarchivar, vorgestellt werden – am 9. Oktober um 19 Uhr in der Villa Marx und am 7. November um 19 Uhr im Schloss Neersen (weitere Termine sollen folgen).

(Report Anzeigenblatt)