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Eine „kuhle“ Sache

Eine „kuhle“ Sache
Die Familie Brocker freut sich: Mit ihrem Milchautomaten hat sie „ins Schwarze getroffen“. Die Nachfrage nach ihrer frischen Milch ist riesig. FOTO: Daniel Uebber
Dülken. Eiskalt, nährstoffreich, nicht behandelt und ein hoher Fettanteil von über vier Prozent: Die Milch von Landwirt Peter Brocker ist einfach lecker. Das Besondere: Sie gibt es auf Knopfdruck - in Dülkens erstem „Milchautomat“ an der Straße Hausen 66. Von Daniel Uebber

110 Kühe zählen zum Hof der Familie Brocker. Da fällt jede Menge Arbeit an. „Wir sind eigentlich jeden Tag zwei Stunden nur mit Melken beschäftigt“, sagt Landwirt Peter Brocker, der den Familienbetrieb in der dritten Generation führt.

Neben dem Füttern der Tiere, der Pflege der Ställe und des Hofes bleibt kaum Zeit, sich auch noch für den Abverkauf der Milch direkt vor Ort zu kümmern.

Und so kam Peter Brockers Sohn Bernd auf die Idee mit dem Milchautomaten. „In der Fachschule in Köln haben wir mal über dieses Thema gesprochen. Ich war sofort Feuer und Flamme dafür“, so der junge Landwirt, der gemeinsam mit seiner Mutter Annegret das Familienunternehmen komplettiert.

Als die Milchpreise immer weiter in den Keller sanken, überlegte die Familie, wie sie Zusatzeinnahmen generieren könnte. „Da erinnerte ich mich an den Milchautomaten. Außerdem kenne ich einen Bauern aus St. Tönis, der ebenfalls so einen Automaten betreibt“, sagt Bernd Brocker, der seine Idee Realität werden ließ und kurzerhand eine kleine Blockhütte auf den Hof der Familie zimmerte.

„Das Prinzip ist ganz einfach“, erklärt Annegret Brocker: „Man wirft sein Geld ein und hält mit der linken Hand seine Flasche unter den Zapfhahn und betätigt mit der rechten den Füllknopf. Man kann soviel abfüllen, wie man möchte. Ein Liter kostet einen Euro.“

Wer keinen eigenen Behälter mitbringt, kann auch eine schicke Flasche mit dem Logo „Brocker’s Milchautomat“ kaufen - und das machen ziemlich viele.

„Ich hoffe, wir haben für das Wochenende genügend Flaschen da. Denn mit so einem Andrang haben wir hier ehrlich gesagt nicht gerechnet“, sagt Annegret Brocker.

Nicht nur die Anwohner aus der Nachbarschaft schätzen die frische Milch, sondern auch viele Pendler, die ins nah gelegene Industriegebiet fahren. „Außerdem kommen immer mehr Lkw-Fahrer. Teilweise reisen die Menschen sogar aus Krefeld an, nur um sich bei uns frische Milch zu kaufen“, sagt Peter Brocker.

Ein kleines Notizbuch animiert die Käufer dazu, Anregungen zum Milchautomaten zu hinterlassen. Doch statt Anregungen findet man hier nur Lob. So lautet ein Fazit: „Der Milchautomat - eine echt kuhle Idee“.

(StadtSpiegel)