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Ein Versuch ist es wert

Ein Versuch ist es wert
Gabriela Frank in ihrem Lebensmittellädchen, in der sie ein kleines Sortiment für den alltäglichen bedarf anbietet - „für etwas ältere Kunden, die keine weiten Wege machen können.“ FOTO: C. Ohmer
Süchteln. Gabriela Frank hat es keine Ruhe gelassen und hat es probiert. Die 54-Jährige hat einen kleinen Lebensmittelmarkt an der Hochstraße Süchteln eröffnet. „Weil auch viele Senioren die mangelnden Einkaufsmöglichkeiten im Zentrum Süchtelns beklagt haben“. Von Claudia Ohmer

„Momentan sieht es jedoch nicht gut aus, es läuft alles sehr schleppend“, sagt Gabriela Frank traurig. Die Kunden bleiben aus, die Waren bleiben im Laden liegen. „Vielleicht hängt es auch mit den Sommerferien zusammen“, sucht sie nach Erklärungen.

Am 21. Juli hat die 54-Jährige den Lebensmittelladen an der Hochstraße 47 eröffnet. „Das Ladenlokal stand leer, weil es zu klein geworden war und ich mit meiner Metzgerei nur vier Türen weiter in ein Ladenlokal gezogen bin“, sagt Frank. Der Pachtvertrag für das kleinere Geschäft- in dem sie seit März 2014 ihre Metzgerei betrieben hat - laufe aber noch bis Ende des Jahres. Von vielen älteren Kunden ihrer Metzgerei habe sie gehört, dass etwas zum Einkaufen in der Nähe fehle.

„Wir haben schon genug Leerstand in Süchteln und so habe ich die Idee gehabt, dort Lebensmittel des täglichen Bedarfs anzubieten.“ Erstmal versuchsweise. Noch einige Wochen lang, will Gabriela Frank dem Konzept noch eine Chance geben. Momentan habe sie mehr Aufwand als Einnahmen reinkommen, trotz verkürzter Öffnungszeiten. „Auch wenn ich dann scheitere, ich hätte keine Ruhe gehabt, wenn ich es nicht probiert hätte“, sagt die Metzgereifachverkäuferin. Da sie selbst in der Metzgerei stehen muss, hat sie für einige Wochen ihren Neffen, der Einzelhandelskaufmann gelernt und momentan Semesterferien hat, als Personal für „Lebensmittel Frank“ gewinnen können. Doch wie es weiter geht, steht noch in den Sternen. „Wenn es nicht besser anläuft, muss ich schließen. Ich bin ja schon zufrieden, wenn die Kosten gedeckt sind.“

Drei mal in der Woche holt Gabriela Frank frische Lebensmittel, die sie in ihrem kleinen Lädchen anbietet. „Natürlich muss ich ein wenig auf den normalen Preis aufschlagen, trotzdem möchte ich preisgünstig sein“, sagt sie. Molkereiprodukte wie Käse, Joghurt, Butter, Gemüse- und Obstkonserven, aber auch Salz, Mehl, Apfelmus, Ketchup und Suppen sind in ihrer Auslage zu finden. Selbst gemachtes Schmalz und Frischkäse ergänzen das kleine Sortiment - „ich würde auch gern Antipasti mit reinnehmen“. „Außerdem gibt es eine Liste, in der Kunden ihre Wünsche und bevorzugten Produkte aufschreiben können - das würde dann auch erledigt“, erklärt Frank.

Mit ihrem Versuch, den Lebensmittelladen zu etablieren, geht sie gegen den allgemeinen Leerstand an. Einen extremen Einbruch der Kundenzahlen habe sie seit die Netto-Filiale weg sei, auch in ihrer Metzgerei gespürt. „Da führt dann eins zum anderen“, sagt Frank.

(StadtSpiegel)