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Ein schlagfertiger „Dr. hum“

Ein schlagfertiger „Dr. hum“
Secretarius Wilfried Steffestun überreichte dem neuen Doktor seine Promotions-Urkunde und Dr. Volker Müller setzte Bongartz unter dem Beifall der Senatoren den Doktorhut auf. FOTO: Groschopp
Dülke (rg)n. Die vergangene Sitzung der Narrenakademie fand, mangels festlicher Alternativen in Dülken, im Viersener Rahser Hof statt und wartete mit einem besonderen Programmpunkt auf der Tagesordnung auf. Von Ralf Groschopp

Im 461. Jahr ihres Bestehens ernannte die „erleuchtete Mondsuniversität, die berittene Akademie der Künste und Wissenschaften zu Dülken“ Dieter Bongartz zum Doctor humoris causa. Dr. Volker Müller, rector magnificus, freute sich über zahlreich anwesende Senatoren und Ehrengäste und stellte zu Beginn fest: „Ich bin stolz, dass dieses Mal wieder ein Dülkener mit dieser Ehre bedacht werden soll.“

Mit seinem Film „Der zehnte Sommer“, der 2003 im Rahmen des Kinderfilmfestivals der Berlinale seine Premiere feierte und zu großen Teilen in Dülken gedreht wurde, habe Bongartz bewiesen, „dass er es als wichtige Aufgabe ansieht, seine Vaterstadt weltberühmt zu machen“, so Müller in seiner Laudatio.

Er verwies auf das ereignisreiche Leben und die Karriere von Dieter Bongartz, der 1951 in Dülken geboren wurde und seine Heimat im Alter von 18 Jahren in Richtung Bonn verließ. Dort studierte er Germanistik und Pädagogik, drehte bis heute mehr als zwanzig Dokumentarfilme für das Fernsehen und ist seit 1990 als Drehbuchautor aktiv. 2002 wurde er als korrespondierendes Mitglied in der Narrenakademie aufgenommen.

Nach altem Brauch muss der Doktorand drei Fragen beantworten, um seine Promotion von der Versammlung zu erhalten. Die erste Frage lautete: „Auf welchem Humus wachsen Geschichten?“ Dieter Bongartz verwies darauf, dass die meisten Erzählungen eigene Erfahrungen widerspiegeln würden. „Die Dülkener erzählen ja gerne ihre Stöckskes. Aus diesem Umfeld kann ein Schriftsteller dann schöpfen“, so Bongartz. Mit Bezug auf die elf Geheimnisse der Narrenakademie stellte Müller die zweite Frage: „Gibt es ein bestimmtes Geheimnis, um eine gute Geschichte aufzuschreiben?“

Bongartz antwortete, dass ein Autor niemanden kopieren dürfe und stets seinen eigenen Ton finden müsse. Die dritte und letzte Frage hatte den Film „Der zehnte Sommer“ zum Thema. „Was ist das größte Geheimnis des Kalli Spielplatz?“, wollte Müller wissen. Mit seiner kurzen und schlagfertigen Antwort – „das sind die Frauen – mir ist es genauso gegangen“ – brachte Bongartz nicht nur seine Frau, sondern auch die anderen Gäste zum Lachen.

(StadtSpiegel)