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Ein neuer Brunnen fürs Dorf

Ein neuer Brunnen fürs Dorf
In der Nähe des Schul-Neubaus in Sawlakpa (Benin) hat die Aktionsgemeinschaft Viersen-West-Afrika (AWA) einen Brunnen gebaut und jetzt mit dem ganzen Dorf eingeweiht. FOTO: AWA
Viersen. 520 Patenkinder haben die vier Mitglieder der Aktionsgemeinschaft Viersen-West-Afrika (AWA) auf ihrer Betreuungsreise nach Togo und Benin im Februar besucht. Jetzt haben sie über die weiteren Projekte vor Ort und ihren Besuch berichtet. Von Claudia Ohmer

Dreieinhalb Wochen vor Ort in Westafrika werden schon knapp, wenn von 520 Patenkindern in acht Dörfern Gesundheitszustand und Impfausweis kontrolliert, schulische Leistungen erfragt und Gespräche mit den Angehörigen geführt werden wollen. Doch bei den Vorstandsmitgliedern der Aktionsgemeinschaft Viersen-West-Afrika (AWA) stehen eben diese Besuche bei ihrer Betreuungsreise nach Togo und Benin im Vordergrund. „Das ist schon beeindruckend, wenn 100 Kinder in einem Dorf mit so viel Freude auf uns zugestürmt kommen“, sind sich Marina Hammes (erste Vorsitzende) und Katja Poxleitner-Beckers (zweite Vorsitzende) einig. „Viele kommen aus ganz armen Familienverhältnissen. Da denken wir oft, wie die Kinder das so verkraften“, so Hammes weiter. Begleitet wurde die AWA-Delegation diesmal zehn Tage lang von einer neunköpfigen Gruppe von Paten, darunter auch Kerstin Wichelhaus, Lehrerin im Erasmus-Gymnasium Grevenbroich. „In unserer Partnerschule Nyékonakopewurden wir ganz herzlich empfangen. Beim Blick in die Klassen mit rund 60 Schülern erlebten wir eine unglaubliche Offenheit und Sympathie“, beschreibt Wichelhaus den Besuch der Schule.

Eindruck hat auch die Brunneneinweihung im Dorf Sawlakpa in Benin hinterlassen. „Nicht vorstellbar, dass man durch dieses ’kleine’ Bauprojekt so vielen Menschen das alltägliche Leben erleichtern kann“, meint Wichelhaus.

Auch alle anderen Projekte wurden vor Ort von den AWA-Mitgliedern überprüft. Die Krankenstation in Yokélé wurde renoviert, bekam neue Toiletten und einen Brunnen. Eine einfache Unterkunft wurde für den Krankenpfleger gebaut, der somit Tag und Nacht vor Ort sein kann. Die Kosten von 33 963 Euro wurden zu 70 Prozent vom Entwicklungsministerium finanziert, der Rest über Sponsoren. „Auch die Dorfbewohner musten sich am Bauprojekt beteiligen - das ist bei allen unseren Projekten so“, erklärt Marina Hammes.

Auch die Schreinerei, die beiden Schlossereien und die Nähschule in Togo wurden besucht und überprüft. Ebenso machen die beiden Mitarbeiter vor Ort, der Lehrer Isaak und der Journalist Ambroise, einen guten Job.

„17 von unseren 520 Patenkindern besuchen mittlerweile die Universität. Damit die sich aufs Studium konzentrieren, starten wir ein neues Projekt“, berichtet Katja Poxleitner-Beckers. Ein Haus, zuvor besichtigt, wurde jetzt angemietet und soll zu einer Studenten-WG hergerichtet werden. Wenn das Konzept funktioniere, könne es mit einem weiteren Haus erweitert werden.

(Report Anzeigenblatt)
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