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Ein Handbuch für die Eltern

Ein Handbuch für die Eltern
Stellten das „Handbuch für Eltern vor (v.l.): Dr. Paul Schrömbges, Manfred Wittmann, Lisa Schurtzmann, Zuleyha Tok, Annemarie Pelters, Claudia Käufer, Crocetta Chianchiana und Susanne Greven. FOTO: Stadt Viersen/ Peter Abrahams
Viersen. Das "Handbuch für Eltern" steht für die Kommunikation zwischen Erzieherinnen und Eltern den Kindertagesstätten und Familienzentren in Viersen zur Verfügung: In ihm sind wesentliche Bildungsgrundsätze leicht verständlich zusammengefasst. Von Claudia Ohmer

Das Handbuch ist auch eine große Unterstützung bei der Betreuung von Kindern mit Migrationshintergrund und deren Eltern, da Übersetzungen in insgesamt 17 Sprachen sowie leichter Sprache (deutsch) vorgesehen sind, in Englisch und Türkisch liegen sie bereits vor.

Entwickelt wurde das Handbuch von einem Arbeitskreis, dem die Kitaleiterinnen Annemarie Pelters, Claudia Käufer und Susanne Greven, die Kindheitspädagogin Crocetta Chianchiana sowie Fatma Akarsu und Eda Dogan-Akdogan als Integrationsfachkräfte der Stadt Viersen angehörten. Die Expertinnen hatten sich zum Ziel gesetzt, für Kindertagesstätten und Familienzentren ein Instrument zu schaffen, das die Kommunikation zwischen ErzieherInnen und Eltern (auch und gerade mit Migrationshintergrund) unterstützt. Sprachliche Grenzen in Gesprächen zwischen pädagogischen Fachkräften und Eltern – zum Beispiel zum Tagesablauf in der Kindertagesstätte oder zum Entwicklungsstand der Kinder – können so leichter überbrückt werden.

Als Grundlage des "Handbuches für Eltern" dienen die "Bildungsgrundsätze für Kinder von null bis zehn Jahren in Kindertageseinrichtungen und Schulen im Primarbereich" des NRW-Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport sowie des NRW-Schulministeriums.

Das "Handbuch für Eltern" beschreibt altersentsprechende Entwicklungsphasen, gibt Hinweise zum interkulturellen Lernen sowie zum Umgang mit der Bilingualität von Kleinkindern. Darüber hinaus werden Anregungen zur Förderung von sozialer Kompetenz, Kreativität und Gesundheit angeboten. Alle Inhalte sind auf insgesamt 60 Seiten bedarfsgerecht und niedrigschwellig auf Eltern als Erziehende ausgerichtet, ohne sie aber zu bevormunden. Im Gegenteil: Die Eltern sollen zu qualifiziertem Nachfragen ermutigt und in ihrer Erziehung unterstützt werden. Rückenwind erhielt der Arbeitskreis sowohl durch den Integrationsrat der Stadt Viersen als auch durch einen Verfügungsfonds des Förderprogrammes "NRW hält zusammen – für ein Leben ohne Armut und Ausgrenzung" des Sozialministeriums.

Zunächst war vorgesehen, die Handbücher nur Kitas zur Verfügung zu stellen, die in ihrem Quartier besonders stark von Armut und Ausgrenzung und seit Herbst letzten Jahres auch vermehrt von Zuwanderung betroffen sind. Mittlerweile aber wurde die deutsche Fassung des Handbuches Kindertagesstätten und Familienzentren im gesamten Stadtgebiet zu Verfügung gestellt. Die Verteilung der Handbücher hat der Arbeitskreis selbst übernommen.

Im Rahmen des Landesprogramms "NRW hält zusammen – für ein Leben ohne Ausgrenzung und Armut" konnten neben der bereits vorliegenden englischen und türkischen Version 15 weitere Übersetzungen finanziert werden. Außerdem wurde die Übersetzung in leicht verständliche Sprache gefördert. Eltern können vor Ort eine entsprechende Übersetzung des Handbuches in ihrer Muttersprache oder in deutscher Sprache als Textausdruck bekommen.

(StadtSpiegel)