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Die Vision von „Bullerbü“

Die Vision von „Bullerbü“
Reittherapeutin Lena Henke mit ihrem Therapiepferd Miki. FOTO: Claudia Ohmer
Dülken. Pferd Miki, seine Pony-Kollegen, Rita und Rosi, die Mini-Schweine und viele weitere Tiere warten mit Reittherapeutin Lena Henke auf Kinder und Jugendliche - wenn das soziale Projekt „Bullerbü auf der Nette“ genügend Unterstützer findet. Von Claudia Ohmer

„Ein idyllischer Erlebnis-Ort für Kinder und Jugendliche, die dort das ganze Jahr kostenlos an kreativen, sozialen sowie saisonalen Angeboten teilnehmen können“, so stellt sich Reittherapeutin Lena Henke ihr Projekt auf dem kleinen Hof am Stadtrand von Dülken vor. „Bullerbü auf der Nette“ soll es heißen und soll den Ort der Kinderbuchautorin Astrid Lindgren verkörpern. Dafür sollen Bauwagen in passendem bunten Design auf einer ungenutzten Hoffläche aufgestellt werden. Mit Pferd Miki, den Ponys Henry, Liath und Karino, den Schafen Fritzchen und Mary, den Mini-Schweinen Rita und Rosi sowie Hühnern, Katze und Hund (und bald auch Mini-Galloways) möchte Lena Henke einen Raum für ein soziales Miteinander und Erleben bieten. „Zielgruppe sind dabei besonders sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche, die in ihrer Entwicklung soziale und emotionale Förderung bedürfen und Schwierigkeiten haben Kontakte zu Gleichaltrigen zu knüpfen“, erklärt die junge Reittherapeutin. „Aber eigentlich ist jeder willkommen, der gerne mitmachen möchte, niemand wird ausgegrenzt.“

Umgesetzt werden könnten Angebote wie Apfelsaft pressen, Marmelade kochen, Sauerkraut herstellen, Gartenprojekte, Werken, Kleintiergehege errichten, saisonale Projekte – den kreativen Ideen seien keine Grenzen gesetzt. Henke: „Neben kreativen, sportlichen und handwerklichen Aktivitäten erwarten die Kids stets ein offenes Ohr und ein Gefühl von Gemeinschaft.“

Eine solche Idee muss natürlich finanziert werden, deshalb sucht Henke auch viele Unterstützer. Das soll durch ein Crowdfunding-Projekt geschehen. „Auf der Crowdfundingseite https://www.startnext.com/bullerbue-auf-der-nette könnt ihr uns mit einem freien Betrag unterstützen“, erklärt die Dülkenerin.

Das erste Fundingziel liegt bei 50.000 Euro. Davon soll „Bullerbü auf der Nette“ erbaut werden - konkret drei Bauwagen gekauft, der alte Schuppen zur Küche umfunktioniert, Toiletten installiert, Zubehör gekauft und die Fläche verschönert werden.

„Erreichen wir das zweite Fundingziel (150.000 Euro) können davon ein Jahr lang kostenlose pädagogische Projekte für Kinder und Jugendliche in Bullerbü organisiert werden“, sagt Henke, die einen Pädagogen dafür einstellen möchte. Durch die bereits bestehende Kooperation zur Hochschule, sollen auch Studenten die Möglichkeit bekommen, in Büllerbü ihr Praxissemester zu absolvieren und sich dort zu verwirklichen.

Hinter dem Projekt steht neben der Initiatorin Lena Henke, das Team der FamCare Erziehungshilfe & Reittherapie. Ein junger und dynamischer Träger der Jugendhilfe, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, tiergestützt und erlebnispädagogisch zu arbeiten. „Wir arbeiten viel mit dem Jugendamt zusammen, aber sind die Hilfen zur Erziehung beendet, würde man manchmal gerne weiter machen mit den Familien.“ Das sei mit diesem niederschwelligen Angebot natürlich auch möglich, diese Familien weiter zu treffen. Viele Eltern würden sich auch gerne engagieren in verschiedenen Angeboten wie Kochen und Backen, weiß Lena Henke. „Die Unterstützer des Projekts Bullerbü können garantiert mit ihrem Einsatz auf viele Kindergesichter ein Lächeln zaubern.“

(Report Anzeigenblatt)