| 15.09 Uhr

Kita Röhlenend
"Die Geduld ist langsam am Ende"

Kita Röhlenend: "Die Geduld ist langsam am Ende"
Die vierjährige Enna ist traurig: Schon seit Monaten kann sie nicht mehr in ihre Kita am Röhlenend. Ihre Mutter Indra Schlebusch kritisiert vor allem die Informationspolitik der Stadt. FOTO: Uebber
Dülken. "Die beabsichtigte Wiedereröffnung der Kita Röhlenend in Dülken muss bis auf weiteres verschoben werden" - Diese Meldung der Stadt Viersen mussten die Eltern der Kita-Kinder vom Röhlenend erst einmal verdauen, ist es doch nicht das erste Mal, dass sich die Wiedereröffnung verschiebt.

Der Kuchen war schon gebacken, ein großes Bild mit allen Handabdrücken der Kinder gemalt - und die Kleinen hatten sogar ein Lied für das Abschiedsfest von der Kita am Heidweg in Süchteln auswendig gelernt.

Denn genau dort hatte nicht nur die kleine Enna, sondern auch ihre Kindergartengruppe einen Ersatzplatz gefunden. "Enna geht gerne nach Süchteln, doch es ist nicht dasselbe. Von der Fahrerei einmal abgesehen", sagt Indra Schlebusch, deren Tochter Enna ganz traurig ist, dass sie immer noch nicht in ihre "eigene" Kita gehen darf. Zwei Tage vor dem Abschiedsfest wurden die Eltern informiert, dass es mit dem Umzug wieder nichts wird.

"Die kompletten Utensilien des Kindergartens am Röhlenend waren bereits in Kartons verpackt. Jetzt mussten sie ausgeräumt werden", sagt Indra Schlebusch. Sie kritisiert vor allem die Informationspolitik der Stadt Viersen. "Anfang Februar hieß es, wir könnten nach den Sommerferien wieder in die Kita. Dann stand Ende September zur Debatte. Und jetzt gibt es für uns nur die Info, dass die Kita auf 'unbestimmte Zeit' geschlossen bleibt. Wir Eltern fragen uns, wie das sein kann."

Besonders die Fahrerei sei ein Problem: "Die meisten Kinder wohnen in der Nähe der Röhlenend-Kita. Die Kinder sind aber nun in der ganzen Stadt verteilt. Nicht jede Mutter hat ein Auto - und die Eltern haben sich mit Fahrgemeinschaften arrangiert. Aber das kann doch kein Dauerzustand sein. Eigentlich müsste die Stadt einen Fahrdienst bereitstellen", beschwert sich die Mutter. 

Viersens Erster Beigeordneter Dr. Paul Schrömbges kann verstehen, dass die Situation für die betroffenen Eltern nicht einfach sei: "Wir hatten uns schon auf die Wiedereröffnung der sanierten Räume gefreut und sind von dem erneuten Wasserschaden selbst überrascht." Für Indra Schlebusch und die kleine Enna ist das nur ein schwacher Trost: "Wir Eltern werden langsam ungeduldig. Auf terminliche Zusagen der Stadt geben wir nichts mehr."