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Der elfjährige Len gibt Vollgas

Viersen. Der elfjährige Len Knur aus Viersen hat eine ungewöhnliche sportliche Leidenschaft: Er liebt Zweiräder und fährt begeistert und erfolgreich BMX, Mountainbike und seit drei Jahren auch noch Motocross. Der Stadt Spiegel hat den jungen Viersener besucht. Von Christiane Samuel

"Nein, Angst habe ich keine, ich stürze auch nur ganz selten und hab mich noch nie ernsthaft verletzt", sagt Len Knur keck. Vor drei Jahren bekam der Elfjährige zum Geburtstag seine erste Motocross-Maschine, ganz nach dem Vorbild seines Vater Sven Knur (45). Der Kommunikationselektroniker fuhr viele Jahre selbst Motocross, mittlerweile ist er jedoch nur noch "Schrauber, Trainer und Physiotherapeut" für Sohn Len.
"Ich liebe Motocross, BMX und Downhill (eine Mountainbike-Variante), also alles, was schnell ist und Kraft braucht", sagt Len mit leuchtenden Augen. Kurvenreiche Pisten, Hindernisse und waghalsige Sprünge haben es ihm angetan. Selbstverständlich begleitet Vater Sven den Jungen zu allen Rennen und zum Training. Die beiden teilen auch die Hobbies BMX- und Mountainbikefahren. Zum zweimal wöchentlich stattfindenden BMX-Training geht es nach Venlo. "Unsere Garage ist voll mit dem Fuhrpark und der passenden Ausrüstung meiner Männer", sagt Simone Knur (42).

Simone Knur teilt die Leidenschaft von Vater und Sohn nur bedingt, denn als Mutter sieht sie auch die Gefahren. Für sie sei es deshalb wichtig, dass Len immer Schutzkleidung von guter Qualität trage, auch wenn diese häufiger angeschafft werden müsse, denn Len wächst natürlich noch. Und sie vertraut auf die Fähigkeiten ihres Sohnes, der schon "von klein an motorisch schneller und geschickter war, als andere Kinder seines Alters".

Mittlerweile fährt Len eine KTM SX 65ccm-Maschine und hat sich im letzten Jahr über acht Rennen für das Maoam-Rennen für neun- bis elfjährige Nachwuchsfahrer im ADAC-Supercross- Finale im Januar in der Westfalenhalle in Dortmund qualifiziert. "Ich war während des Rennens auf dem fünften Platz, bin dann an einer blöden Stelle gestürzt, aber einfach wieder aufs Motorrad gestiegen, habe weitergemacht und bin am Ende sogar noch Siebter geworden", erzählt Len stolz.

Vater Sven ist stolz, dass sich Len bei dem anspruchsvollen Parcours und in der Rennsituation sehr gut geschlagen habe. Überhaupt sei die Atmosphäre bei diesem Rennen richtig toll gewesen. "Die vielen Menschen, die zugeschaut und gejubelt haben, es gab sogar Poster von uns Fahrern, und wir haben Autogrammkarten mit unseren Fotos schreiben können", erinnert sich Len.

Ohne die Unterstützung der Eltern geht es natürlich nicht: Mit Fahrten, Unterkunft bei den Rennen, Ausrüstung und Motorrad kommen bei diesem besonderen Hobby schnell Kosten von 5 000 bis 6 000 Euro jährlich zusammen. Für dieses Jahr haben Vater und Sohn Knur weitere Pläne. "Wir werden das Mountainbike-Fahren intensivieren, denn Len möchte eine Rennserie mitfahren – dafür können wir prima gemeinsam trainieren", sagt Sven Knur. Len pflegt alle seine anderen Hobbies mit Leidenschaft. Momentan fährt der Fünftklässler besonders gerne mit Inlinern und Schlittschuhen, er mag es, mit seiner Drechselbank und Lötkolben handwerklich zu arbeiten und alle zwei Wochen verbringt er die Samstage beim THW. "Ich wollte immer schon anderen helfen, und wie das geht, das lernen wir da. Wenn ich älter bin, will ich dann zur Feuerwehr, und irgendwann möchte ich einmal Polizist werden", plant er.

(StadtSpiegel)