| 16.03 Uhr

Das Leben ist bunt und vielfältig

Das Leben ist bunt und vielfältig
Die Klassensprecher, das SV-Team, Lehrer und Schulleiter Christoph Hopp feierten gemeinsam mit dem Landeskoordinator Frank G. Pohl die „Schule der Vielfalt – Schule ohne Homophobie“. Ein Schild wurde angebracht. FOTO: privat
Viersen. Das Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium in Viersen feierte jetzt den Auftakt als „Schule der Vielfalt“. Als 25. Schule in NRW nimmt das Gymnasium am bundesweiten Antidiskriminierungsnetzwerk teil. Von der Redaktion

„Es liegt in der menschlichen Natur, gerne auf gute, alte Zeiten zurückzublicken. Doch sollte man nicht vergessen, dass heute auch gute Veränderungen stattfinden“, betonte eine Schülerin, die für die schulische Arbeitsgemeinschaft „Das Leben ist bunt“ bei der Auftaktveranstaltung sprach. Zum Projektauftakt am Erasmus-Gymnasium wies sie in ihrer Rede darauf hin, wie wichtig es ist, auf diskriminierende Äußerungen in der Schule zu reagieren. Wenn sie unkommentiert stehen bleiben, würden damit die Freiheitsrechte von Schülern auf eine selbstbestimmte Identität beschränkt.

Die gute und durch das Projektschild sichtbare Veränderung nun offiziell: Das Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium in Viersen ist die erste Schule am Niederrhein, die eine Partnerschule im Projekt „Schule der Vielfalt“ ist – eine von 25 Schulen und das im 25. Jubiläumsjahr des Viersener Gymnasiums.

Eine Gruppe engagierter Schüler traf sich vor einem Jahr und setzte unter der Leitung von Beratungslehrer Sven Kels ein Statement gegen Diskriminierung und Intoleranz. Sie planten ein engagiertes Projekt zum Thema „Schule der Vielfalt – Schule ohne Homophobie“ in der Projektwoche ihrer Schule und trieben die Zertifizierung voran. Die Studie „Akzeptanz sexueller Vielfalt an Berliner Schulen“ von 2012 stellt fest, dass 62 Prozent der Schüler der sechsten Klasse das Wort „schwul“ und 40 Prozent „Lesbe“ als Schimpfwort verwenden. Diese Statistik wollen die Schüler des Erasmus verändern, indem sie ihren Mitschülern zeigen, wie bunt und vielfältig die Welt ist. Es sind Aktionen für die Schulgemeinschaft geplant, die Vielfalt, Toleranz, friedliches Miteinander und Diskriminierung thematisieren. „Denn wir leben nicht mehr in der guten alten Zeit, in der angeblich alles besser war, sondern im Hier und Jetzt, wo jeder zehnte Mensch nicht heterosexuell ist“, so die Schülerin.

Vielfältig und bunt wie diese Gruppe von Schülern ist auch das Erasmus, sagte Schulleiter Christoph Hopp.

Landeskoordinator Frank G. Pohl freute sich über den Projektstart: „Es ist hilfreich, dass sich Schüler solidarisch zeigen. Sie stehen damit für eine vielfältige und moderne Schule. Von ihnen geht so ein sichtbares Zeichen für ein vielfältiges, weltoffenes und zukunftsorientiertes Land aus.“ (Text: Angelina Tosic, Sven Kels

(StadtSpiegel)