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Das Große Haus mit Roter Zora

Das Große Haus mit Roter Zora
Investor und Initiator Ulf Schroeders (DenkX, Mitte vorne) stellte mit Bürgermeisterin Sabine Anemüller und weiteren Beteiligten das Konzept „Das Große Haus“ im ehemaligen Kreuzherrenkloster in Dülken vor. FOTO: Claudia Ohmer
Dülken. Für das alte Kreuzherrenkloster in Dülken hat die Stadt nun einen Investor gefunden. Das geschichts-trächtige Gebäude wird jedoch nicht abgerissen, vielmehr möchte es Ulf Schroeders (DenkX) aus seinem Dornröschenschlaf erwecken und das innovative Wohn-Arbeits-Konzept „Das Große Haus“ dort realisieren. Von Claudia Ohmer

„Es ist unheimlich faszinierend, aus diesem spannenden Zeitzeugnis mit fast 500 Jahren Geschichte mehr zu machen, dem Objekt wieder Geist einzuhauchen“, erklärt Ulf Schroe ders begeisternd sein neues Projekt. Schon viele denkmalgeschützte Objekte hat der Initiator im Kreis Viersen sowie in Mönchengladbach mit Liebe restauriert. Mit Lust und Motivation widmet er sich jetzt dem historischen Gebäude „um noch mehr aus Dülken rauszuholen“.

Joachim Seidenfaden, Abteilungsleiter Liegenschaften, sieht in der neuen Nutzung der 2014 geschlossenen Schule „ein Leuchtturmprojekt für Dülken.“ Mit Begeisterung sehe er, wie die Intention umgesetzt wird, neue Impulse und Möglichkeiten zu schaffen.

Auch Bürgermeisterin Sabine Anemüller ist überzeugt von der Idee. „Diese Vision, das ist das, was wir für Dülken wollen, und die Begeisterung steckt an“, sagt sie bei der Vorstellung des Projektes in der ehemaligen 1905 erbauten Turnhalle des Schulgebäudes. Dieser Raum soll wie weitere Klassenzimmer zu Lofts umgestaltet werden. Ganz individuell, jedoch gebe es keine Veränderung des Grundrisses. „Die Struktur hat großes Potenzial“, versichert auch Christina Lotzemer-Jentges, die beauftragte Architektin, die für jede Wohneinheit eine „Funktionsbox“ geplant hat. Diese Box beinhaltet das Bad mit Badewanne und Dusche, eine Abstellmöglichkeit, eine Ankleide sowie in einigen Einheiten eine Schlafempore. „Viele junge Leute sind auf der Suche – nach Gebäuden, mit denen sie sich identifizieren können. Unser Wohnkonzept entspricht dem Trend ’raus aus den Ballungsräumen’, mehr Entschleunigung, Beschaulichkeit“, fasst Ulf Schroeders seine eigenen Erfahrungen zusammen. Wie auch beim Bankhaus in Mönchengladbach sei der Bedarf nach individuellem Wohnen spürbar.

Dabei achtet Ulf Schroeders darauf, bei seinen Restaurierungen die Patina zu erhalten, historische Details nicht zu zerstören. „Die noch vorhandenen Eichenböden von 1905 werden freigelegt, jedoch nicht geschliffen, ich möchte sie noch ihre Geschichte erzählen lassen“, erklärt er.

Der historische Grundriss ermöglicht, dass neben der Wohnform auch die Arbeitswelt in entsprechenden Büros ihren Platz findet. Voneinander getrennt und doch verbunden, mit dem Café ‚Kantinchen’ als Bindeglied und als zentralen Treffpunkt. Das Café als auch ein Stück des Vincenz Gartens der wieder aufgebaut werden soll, soll öffentlich zugänglich sein. „Zu jeder Wohnung gehört eine Parzelle, die mit historischen fast verloren gegangenen Gemüsesorten bepflanzt wird“, stellt Schroeders den Klostergarten vor. Neben Tomatensorten wie die rote Zora oder die Berner Rose wachsen Chinesische Schlangengurken, Streits Freiland Kürbis oder die weiße Erdbeere. Ende des Jahres sollen die ersten Mieter einziehen.

Als „Vehikel, um Spannung zu erzeugen“, so Schroeders, wird ab 13. Mai die Ausstellung „Clair Lieu“ im Großen Haus initiiert. „Nicht nur für Kunstinteressierte, sondern für alle, die neugierig sind auf die Atmosphäre des Gebäudes“, sagt der Investor. Am 13., 14., 20., 21. und 27. Mai werden insgesamt 17 Künstler aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden mit der historischen Architektur und ihrer zeitgenössischen Kunst in Dialog treten.

(StadtSpiegel)