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Brand war „keine Straftat“

Viersen. Reetdächer sind in unseren Gefilden alles andere als üblich. Über ein solches verfügte aber der Mevissenhof an der Neuwerker Straße. Am Sonntag geriet dieses in Brand. Der historische Bauernhof wurde dadurch nahezu völlig zerstört. Von Dirk Kamps

Nach dem Brand hat die Kripo die Ermittlungen aufgenommen. Auf Stadt Spiegel-Nachfrage erklärte die Polizei, dass sie nicht von einer Straftat ausgehe. Wahrscheinlich war ein technischer Defekt der Grund für das Unglück.

Am Sonntag meldete der Eigentümer des Mevissenhofes, dessen Ursprünge bis etwa ins Jahr 1700 zurückreichen, eine Rauchentwicklung im Dachgeschoss. Wenige Minuten später waren die ersten Einsatzkräfte vor Ort. Wehrführer Frank Kersbaum erklärt: „Ein Reetdach ist schier unmöglich zu löschen.“ Der Vollbrand befand sich schnell in der Zwischendecke, also in dem Raum zwischen der Haut und dem Reetdach an sich. Es gelang nicht, den Brand zu löschen. „Wir haben die Umgebung gesichert“, berichtet Kersbaum.

Zwei Leichtverletzte

Der für die Feuerwehr zuständige Dezernent Norbert Dahmen erklärt, das insgesamt über 60 Feuerwehrleute im Einsatz waren. Die Löscharbeiten haben sich über Stunden hingezogen. „Unter Kontrolle“ konnte erst gegen 18 Uhr gemeldet werden. Allerdings wurden noch bis zum Morgen danach einzelne Glutnester gelöscht.

Zwei Feuerwehrmänner haben bei dem Einsatz leichte Verletzungen davongetragen. „Beide konnten noch am selben Tag das Krankenhaus verlassen“, sagt Frank Kersbaum.

Nach seinen Angaben war das Gebäude derzeit nicht bewohnt. Allerdings habe es Umbauarbeiten gegeben. Kürzlich hatte ein neuer Eigentümer den alten Bauernhof erworben.

Der Mevissenhof an der Neuwerker Straße steht unter Denkmalschutz. Seit der Jahrhundertwende wurde das Gebäude nur noch als Wohnhaus genutzt.

(StadtSpiegel)