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Bitte nicht nachmachen!

Bitte nicht nachmachen!
Zwei Tage lang probten die Kinder, ehe die große Abschlussvorstellung stattfand. FOTO: Groschopp
Viersen. Stadt Spiegel-Mitarbeiter Ralf Groschopp besuchte die Proben für ein Zirkusprojekt der Agnes-van-Brakel-Grundschule in Helenabrunn. Warum ihm dabei der Atem stockte? Lesen Sie selbst... Von Daniel Uebber

Hätte ich nicht den Grund meines Besuches an der Agnes-van-Brakel Grundschule in Helenabrunn gekannt, mir wäre an diesem Morgen wohl das Herz stehen geblieben.

In der Turnhalle am Ummertalweg spielen einige Kinder im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Feuer. Andere laufen über Glasscherben, und wieder Andere klettern auf dem Schulhof in luftiger Höhe auf Leitern herum. Im Fernsehen würde nun der bekannte „Bitte zuhause nicht nachmachen“-Schriftzug eingeblendet werden.

Doch beim genaueren Hinsehen wird schnell klar, dass es sich hier nicht um dumme Jungenstreiche handelt. Hier wird ernsthaft und hochkonzentriert auf ein Ziel hingearbeitet – die große Premiere des „Zirkus Brakelino“.

Gerade einmal zwei Tage haben die insgesamt 108 kleinen Darsteller Zeit, um für ihren großen Auftritt in der Manege zu proben. Egal ob Schüler, Eltern oder Lehrer, die ganze Schule ist im Zirkusfieber. Das Lehrerzimmer ist fest in den Händen der Fakire, auf dem Schulhof feilen die Cheerleader akribisch an ihrem Tanz mit den Pompons und studieren die finale Hebefigur ein. In der Schulbücherei studieren die Ankündigungsclowns Begrüßungs- und Moderationstexte sowie die dazugehörige Gestik und Mimik ein.

Unterstützt werden die Lehrer und Eltern bei der Durchführung und Organisation vom Kölner Spielecircus. Gemeinsam mit den Kulturpädagogen aus der Domstadt wird ein Programm erstellt.

Als Einstimmung auf das Projekt hatten die Erwachsenen eine Einführung ins Thema erhalten und eine Zirkusshow für die Kinder einstudiert.

„Wir waren bei unserem Auftritt selbst ganz schön aufgeregt. Da kann man sich vorstellen, wie es den Kindern gehen wird“, berichtet Brigitte Ullrich. Die kommissarische Schulleiterin verweist darauf, dass es sich bei dem alle vier Jahre stattfindenden Zirkusprojekt nicht nur um den gemeinsamen Spaß dreht.

Schulhof wird dank

Einnahmen verschönert

„Der Zirkus fördert die Sozialkompetenz der Kinder, stärkt ihr Selbstbewusstsein und schweißt die gesamte Schulgemeinschaft aus Schülern, Lehrern und Eltern zusammen“, erläutert Ullrich. Besonders dankbar ist sie den Sponsoren, die die Finanzierung des rund 4.000 Euro teuren Zirkusprojektes zu einem großen Teil möglich gemacht haben.

Neben der Sparda-Bank und der Volksbank Viersen, hatte auch die ortsansässige St. Helena-Schützenbruderschaft einen bedeutenden finanziellen Beitrag geleistet. Zur Realisierung habe es aber auch der Unterstützung durch die Elternschaft bedurft.

„Es ist fantastisch. Einige Eltern haben sich sogar eine Woche Urlaub genommen, um dabei sein zu können“, strahlt Ullrich. Brigitte Ullrich und ihre Kollegen freuen sich über die glücklichen Kinderaugen und den erfolgreichen Abschluss des Projektes.

Das nächste wollen sie schon bald in Angriff nehmen. Für die Umgestaltung des Schulhofs und des Schulgartens werden die Erlöse aus den zwei Zirkusvorstellungen verwendet.

(StadtSpiegel)