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Baustelle – nur für Kinder

Baustelle – nur für Kinder
Für die Kinder ein tolles Abenteuer und viel zu erleben: Der Bau-Spiel-Platz des Hubert-Vootz-Hauses bot Sommerferienspaß pur. FOTO: C. Samuel
Viersen. Es wird fleißig gehämmert, gesägt und gemalt bei der Ferienspielaktion Bau-Spiel-Platz des Hubert-Vootz-Hauses am Pestalozziweg –drei Wochen Sommerferienspaß für Kinder waren hier garantiert, tolle Ergebnisse für jeden Besucher direkt sichtbar. Von Christiane Samuel

Konzentriert arbeitet Mats (vier Jahre) auf dem Schulhof mit drei Pinseln und drei verschiedenen Farbtöpfen gleichzeitig. „Wir bauen eine Leiter für unser Haus, und ich muss die Sprossen schön anmalen“, erklärt er und zeigt auf ein Paletten-Untergeschoss einer Hütte. Sie ist schon als solche zu erkennen, auch wenn sie noch unfertig ist. Damit auch jeder gleich weiß, um was es hier geht, haben die Jungs in bunten Buchstaben den Namen an ihr Projekt geschrieben: „Villa Kunterbunt“. Gemeinsam mit Bruder Hannes (6) und Ben (8) ist Mats hier „Bauherr“. Geschickt hantieren die drei Jungen mit Hammer und Sägen. „Das dürfen wir, weil wir eben den ’Werkzeugführerschein’ gemacht haben“, strahlen die drei.

Gruppenleiterin Anna (17) erläutert, dass das Voraussetzung ist, um hier mitmachen zu dürfen. „Ob Sägen, Hämmern oder Nägel rausziehen - all das und der richtige Umgang mit den entsprechenden Werkzeugen wird dabei gezeigt. Nur wer den Werkzeugführerschein hat, darf sich die passenden Werkzeuge ausleihen.“ Unfälle habe es noch nicht gegeben, die Kinder seien zwar voller Begeisterung, aber auch umsichtig. Mats, Ben und Hannes sind fasziniert, „weil es hier ist, wie auf einer richtigen Baustelle“. Neben der „Villa Kunterbunt“ sind schon weitere, meist mehrstöckige Häuser entstanden, aber auch ein Hausboot mit Flagge und diverses Mobiliar. Der Renner in diesem Jahr sind „Wikingerstühle“. Lina (7), Julija (8) und Julia (7) arbeiten gleich neben der „Villa“ an einem selbst gemachten Holztisch. Bei schlechtem Wetter wird der überdachte Teil des Schulhofs genutzt.

„Die Kinder lernen rasch– es ist echtes ’learning by doing’, was praktiziert wird, und es ist absolut erstaunlich, wie schnell die Kinder dabei verstehen lernen, was machbar und umsetzbar ist“, erklärt Otto Strutz, Leiter des Hubert-Vootz-Hauses. Und er ergänzt: „Wo lernen Kinder den Umgang mit Werkzeug heute noch? Wo dürfen sie noch allein im Garten eine Hütte bauen? Und der Opa mit dem Werkzeugkeller wird auch immer seltener.“ Ihm imponiere das Durchhaltevermögen der Kinder, die unbedingt das gewünschte Ergebnis erreichen wollten. „Von unserer Seite ist da keinerlei kreativer Input nötig, die tollen Ideen haben die Kids alleine,“ sagt er.

15 erwachsene Betreuer sowie weitere 15 U18-Helfer beaufsichtigen die Ferienaktion, bei der in jeder Woche rund 60 Kinder teilnehmen und die bereits 2009 und 2016 mit großem Erfolg stattgefunden hat. Zum Teil übernachten die Helfer vor Ort, damit nichts zerstört wird. Und auch für die Kinder ist die einmal pro Woche stattfindende Übernachtung in großen Zelten mit Geschichtenerzählen ein Highlight. Das Holz für die Aktion wurde von verschiedenen Einrichtungen, das meiste Werkzeug von Familien gespendet. Am Ende muss dann alles wieder abgerissen werden. „Was an Holz übrig bleibt, wird zurückgegeben – und da uns eine Grundschule mit dieser Aktion für die erste Herbstferienwoche gebucht hat, werden wir einen Teil des Holzes dafür behalten“, erklärt Otto Strutz.

(StadtSpiegel)