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Bürgerinitiative wird Verein

Bürgerinitiative wird Verein
Dank der Bürgerinitiative können Stolpersteine in Viersen jetzt „ohne „Wenn und Aber“ verlegt werden. FOTO: Claudia Ohmer
Viersen. Aus der Bürgerinitiative „Stolpersteine für Viersen – ohne Wenn und Aber“ ist nun ein Verein entstanden, der die Arbeit der Initiative fortsetzen und erweitern will. Von Claudia Ohmer

Die Initiative hatte im Laufe des Jahres ein Bürgerbegehren organisiert, das die Aufhebung der bisherigen Verlegepraxis für Stolpersteine in Viersen zum Ziel hatte. Nach der Sammlung von nahezu 6.000 Unterschriften hob der Rat im September seinen im Februar gefassten Beschluss auf, dass die Verlegung von Stolpersteinen nur dann erfolgen kann, wenn der Eigentümer des Hauses, vor dem der Stolperstein verlegt werden soll, seine Zustimmung gibt. Jetzt können Stolpersteine in Viersen „ohne Wenn und Aber“ verlegt werden.

Für die aktiven Mitglieder der Initiative stand aber auch nach dem erfolgreichen Bürgerbegehren fest, dass die Arbeit gegen das Vergessen und für die Erinnerung damit nicht zu Ende ist. Mirko Danek, der gewählte Vorsitzende des jetzt gegründeten Vereins „Förderung der Erinnerungskultur – Viersen 1933 bis 45“ betont, dass jetzt die Verlegung weiterer Stolpersteine und die Förderung des Gedenkens an alle Opfer des Naziterrors in Viersen die Hauptziele des Vereins sein sollen. „Die überwältigende Resonanz auf unser Bürgerbegehren hat uns in der Überzeugung bestärkt, dass die Arbeit weitergehen muss. Um eine stetige und dauerhafte Arbeit zu sichern, ist die Gründung eines Vereins der richtige Schritt“, so Danek.

Julietta Breuer als stellvertretende Vorsitzende betont, dass vor allem die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und die Kooperation mit Schulen einen wesentlichen Schwerpunkt der Vereinsarbeit darstellen soll. „Wir wollen dafür sorgen, dass auch jüngere Menschen wissen, was in dieser Zeit in ihrer Stadt, in ihrer Straße geschah. Das ist auch ein wichtiger Beitrag zur Prävention gegen Fremdenhass.“

Der neue Verein muss jetzt zunächst die rechtlichen Abläufe zur Vereinsgründung erledigen. Dazu unterzeichneten die anwesenden Gründungsmitglieder die Satzung und wählten den Vorstand, dem neben Mirko Danek und Julietta Breuer Dirk Bocks, Manfred Budel, Günter Thönnessen, Hartmut Siebel und Ludwig Mertens angehören. Als nächstes wird der Verein in das Vereinsregister eingetragen und die Gemeinnützigkeit beantragt. Dies wird noch ein wenig Zeit beanspruchen, aber schon bei der Verlegung von 17 Stolpersteinen im Dezember in Süchteln will der Verein weiter für seine Arbeit werben.

(StadtSpiegel)