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„Wohltäter“ aus Viersen

„Wohltäter“ aus Viersen
Der Wettbewerb „Wohltuende Ukraine 2015“ rief in der Ukraine großes Interesse hervor und zierte die Titelseite einer großen Tageszeitung. Rechts oben Fritz Meies von den Freunden von Kanew.
Viersen. Eine Würdigung der humanitären Hilfe für die Ukraine und insbesondere für Viersens Partnerstadt Kanew wurde jüngst den „Freunden von Kanew“ unter dem Vorsitz von Fritz Meies zuteil. Beim nationalen Wettbewerb „Wohltuende Ukraine 2015“ belegte der Verein einen hervorragenden zweiten Platz. Von Sandra Geller

Bei dem Wettbewerb werden Vereine und Personen ausgezeichnet, die sich besonders um die humanitäre Hilfe für die Ukraine einsetzen. Teilgenommen haben Vereine aus Italien, Kanada, den Niederlanden, Deutschland, Polen, USA, Frankreich und Tschechien. Alleine in Deutschland gibt es 67 aktive Partnerstädte.

„Wohltuende Ukraine“ wird unter anderem organisiert von der Assoziation der Wohltäter der Ukraine, dem Ministerium der Sozialpolitik und dem Internationalen Fond Ukraine 3 000. Unterstützung leisten die Ministerien für Bildung und Kultur, Wissenschaft und Gesundheit.

Die Organisatoren zeigten sich überrascht über die mehr als 20-jährige Zusammenarbeit zwischen der ukrainischen Stadt Kanew und Viersen. Ebenfalls erstaunt war man von der Vielzahl der Hilfen durch den Verein Freunde von Kanew. Alleine im vergangenen Jahr wurden vier Lkw mit jeweils 40 Tonnen Hilfsgütern in die Ukraine geschickt, darunter auch medizinische Betten für das dortige Krankenhaus. In dem Neubau wurde eine komplette Etage mit Möbeln und medizinisch-sanitären Hilfen aus Viersen ausgestattet. Weitere Unterstützung erfuhren Altenheim, Kindergarten, Schule, Versehrtenverein und ganz wichtig eine Tagesklinik und ein Rehazentrum für Kinder, die auch in der Ukraine als Vorzeigeobjekte gelten.

Derzeit ist der Aufbau eines Ambulatoriums ein Schwerpunkt der Hilfe aus Viersen. Viele ältere Menschen in Kanew leben in Außenbezirken und können mangels fehlender Mobilität kaum zu Behandlungen ins Krankenhaus. Sie müssten diesen beschwerlichen Weg zu Fuß zurücklegen. Deshalb wird in Zusammenarbeit mit der Stadt Kanew und einem Bauunternehmer ein Kindergarten umgebaut und in ein Ambulatorium verwandelt. Hier wird medizinisches Personal vom Krankenhaus die älteren Menschen wohnungsnah versorgen. Die Einweihung ist für den 22. Mai vorgesehen. Dann wird auch wieder eine Delegation aus Viersen in Kanew zu Gast sein.

Bei der Preisverleihung im Kunst Arsenal in Kiew gab sich viel Prominenz die Ehre, darunter auch Marina Poroschenko, die Gattin des ukrainischen Präsidenten.

(Report Anzeigenblatt)